Die berühmtesten Schiffswracks

Die berühmtesten Schiffswracks in der Übersicht 

Schiffswracks sind unheimlich und faszinierend zugleich. Geht ein Schiff unter, müssen sich die Passagiere meist hilflos ihrem Schicksal beugen, denn in kaltem Wasser auf hoher See sind die Überlebenschancen recht gering und bis Hilfe vom Land den Unglücksort erreicht, ist es oft schon zu spät.

Solche Katastrophen berühren die Menschen und lösen gleichzeitig Gefühle wie Angst und Spannung aus, was wiederum ein Grund dafür sein dürfte, weshalb Schiffsunglücke Thema unzähliger Filme und Bücher waren und sind.

Auch die Redewendung vom sinkenden Schiff hat vermutlich hier ihre Wurzeln. Andererseits sind Schiffswracks aber auch faszinierend,  erzählen sie doch Geschichten aus teils längst vergangenen Zeiten. Besonders für Taucher gehören Tauchgänge zu Schiffswracks nicht selten zu den absoluten Highlights. In den Meeren liegen unzählige Schiffswracks, die teils durch Unglücke, teils im Rahmen von Schlachten und Kriegen und teils auch bewusst versenkt wurden.

Nicht selten sind die Wracks zu Seegräbern für unzählige Leichen geworden und während einige Wracks geborgen wurden, bleiben andere aus Respekt vor der Totenruhe am Meeresgrund. Nicht alle gesunkenen Schiffe und Boote sind berühmt, was die Schiffe selbst und auch Tauchgänge natürlich deshalb nicht uninteressanter macht.

In der folgenden Übersicht werden jedoch in chronologischer Reihenfolge die Geschichten der fünf vermutlich berühmtesten Schiffswracks erzählt:    

Die Bounty, 1790

Die Bounty war ein Dreimeister der britischen Admiralität. Der Kapitän William Bligh erhielt den Auftrag, Brotfruchtbaumpflanzen von Tahiti auf die Antillen zu bringen. Also stach er 1787 in See und erreichte Tahiti im Oktober 1788. Mit seiner Besatzung blieb er fünf Monate lang auf Tahiti, was vor allem an der großen Begeisterung der Seeleute für die einheimischen Frauen lag. Im April 1789 machte sich die Bounty nach Fluchtversuchen einiger Männer schließlich wieder auf den Weg und legte einen Zwischenstopp auf den Tongainseln ein.

Hier wurden aber Ausrüstungsgegenstände gestohlen und der Kapitän machte seinen dritten Wachführer Christian Fletcher dafür verantwortlich. Der Unmut der Besatzung führte schließlich zur berühmten Meuterei auf der Bounty, die darin endete, dass Kapitän Bligh zusammen mit einigen anderen Männern in einem Boot ausgesetzt wurde.

Die Bounty setzte ihre Reise fort und erreichte im Januar 1790 die Insel Pitcairn. Um die Ladung einfacher an Land bringen zu können, ließ die Besatzung die Bounty absichtlich auf Grund laufen. Wenige Tage später wurde das Schiff dann in Brand gesetzt, um zu verhindern, dass das Schiff die Anwesenheit der Besatzung verriet. Bis heute können die Überreste der Bounty noch besichtigt werden.

Sie liegen nach wie vor in drei bis fünf Metern Tiefe in der sogenannten Bounty-Bucht vor der Insel.     

Die Cambria, 1883

Die Cambria war ein dampfbetriebenes Schiff, das als Transatlantikliner in erster Linie deutsche Auswanderer nach Amerika brachte. Im Januar 1883 war die Cambria aus dem Hamburger Hafen ausgelaufen.

Starker Nebel hatte die Sicht jedoch sehr eingeschränkt und da auch das ertönende Schiffsignal nicht geortet werden konnte, stieß die Cambria in der Nähe von Borkum mit einem Kohledampfer aus England zusammen. Der Aufprall hinterließ ein Leck in der Bordwand und das Schiff sank. Von den 493 Passagieren an Bord, unter denen sich neben deutschen Auswanderern auch Franzosen und einige Chippewa-Indianer befunden hatten, überlebten nur 56. 2001 gelang es, die Cambria teilweise zu bergen und wie sich dabei zeigte, hatte das Schiff auch eine sehr kostbare Fracht geladen.

So wurden neben edelsten Weinen, Perlmutgegenständen und Walrosselfenbein auch rund acht Tonnen feinstes Meißner Porzellan gefunden. 

Die RMS Titanic, 1912

Das Schiff, das als das größte und sicherste Schiff überhaupt galt und im April 1912 feierlich in Betrieb genommen wurde, machte sich auf den Weg von Southampton nach New York. An Bord waren über 2.200 Passagiere und darunter viele Angehörige der oberen Gesellschaftsschichten.

Nur zwei Tage nachdem das Schiff den Hafen verlassen hatte, kam es zu einer Kollision mit einem Eisberg und gerade einmal 160 Minuten später war die RMS Titanic versunken. Das Schiff verfügte über eine überaus luxuriöse Ausstattung, die eigentlich keine Wünsche offen ließ. Lediglich die Anzahl der Rettungsboote war viel zu gering und dies kostete etwa 1.500 Menschen das Leben.

Gerettet wurden hauptsächlich Frauen und Kinder. 1985 gelang es einer US-amerikanischen Expedition das Schiff zu orten. Das Bild, das sich den Forschern dabei bot, war gespenstisch und kurios zugleich, denn während das Schiff massive Beschädigungen aufwies, waren Einrichtungsgegenstände wie beispielsweise die Kronleuchter vollständig erhalten. Heute kann das Schiffswrack besichtigt werden, die Reise schlägt aber mit etwa 30.000 Euro zu Buche.

Die Bismarck, 1941

Als ganzer Stolz der deutschen Kriegsmarine wurde die 251 Meter lange und 36 Meter breite Bismarck 1940 in Betrieb genommen. Auf ihrem Weg über die Seestraße zwischen Dänemark und Island auf den Atlantik traf die Bismarck auf zwei britische Kriegsschiffe.

In dem Kampf versenkte die Bismarck die HMS Hood, die HMS Prince of Wales drehte ab. Im weiteren Verlauf des Krieges kam es 1941 zu Luftangriffen, die die Bismarck so schwer beschädigten, dass sie zunächst von vier englischen Schiffen gestellt werden konnte, wenig später dann aber im Nordatlantik versank. Der Forscher Robert Ballard entdeckte das Schiffswrack 1989.

Trotz zahlreicher Tauchgänge steht bis heute jedoch nicht fest, warum es zu dem Untergang kam. Lange Zeit wurde vermutet, dass die Einschläge der Torpedos Schuld waren, Untersuchungen aus dem Jahre 2002 schließen aber auch nicht aus, dass die Besatzung das Schiff selbst versenkt hatte.  

Die Wilhelm Gustloff, 1945

Die Wilhelm Gustloff war ursprünglich ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff der NS-Organisation „Kraft durch Freude“, die damit Kreuzfahrten im Atlantik, im Mittelmeer und in der Nordsee unternahm. Während des Krieges wurde das Schiff dann erst als Lazarettschiff und zwischen 1940 und 1944 als Kaserne bei Danzig eingesetzt.

Zu Kriegsende war die Wilhelm Gustloff zusammen mit anderen Schiffen an der bislang größten Seerettungsaktion beteiligt, durch die 2,5 Millionen Flüchtlinge nach Westdeutschland gebracht wurden. Im Januar 1945 wurde das Schiff von einem russischen U-Boot angegriffen und sank infolge der Bombeneinschläge.

Nur 1.252 der über 10.000 Flüchtlinge an Bord, von denen etwa die Hälfte Kinder gewesen waren, überlebten. Das Schiffswrack wurde 1991 geortet. Es liegt in 42 Metern Tiefe vor der Küste von Stolpmünde und wird als Seekriegsgrab nicht geborgen werden.

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