Infos rund ums Stand Up Paddling

Infos rund ums Stand Up Paddling

Spätestens wenn die Temperaturen steigen und die Sonne in ihrer vollen Pracht erstrahlt, werden Schnorchel und Schwimmflossen, Kajak oder Schlauchboot samt Paddel oder das Schwimmzeug ausgepackt.

Doch es müssen nicht immer nur die altbewährten Wassersportarten sein. Seit einigen Jahren erfreut sich ein königliches Wasservergnügen zunehmend großer Beliebtheit: das Stand Up Paddling. Lange Zeit fast in Vergessenheit geraten, hat sich die Wassersportart zu einem echten Trend entwickelt.

Doch was ist Stand Up Paddling eigentlich genau? Wie funktioniert es? Und für wen ist es geeignet?

 

Hier die wichtigsten Infos rund ums Stand Up Paddling:

 

Wo kommt das Stand Up Paddling her?

Das Stand Up Paddling wird kurz einfach nur SUP und im Deutschen auch Stehpaddeln genannt. Einst galt es auf Hawaii als Königsdisziplin, sich in einer aufrechten Körperhaltung über das Wasser zu bewegen. Deshalb war das Stand Up Paddling auch nur dem König von Hawaii und wenigen seiner ausgewählten Gefolgsleute vorbehalten.

Erfunden wurde das Stehpaddeln aber vermutlich von Fischern in Polynesien. Um eine bessere Übersicht über ihre Fangstellen zu haben, standen sie bei ihren Touren übers Meer in ihren Kanus. Nachdem das Stehpaddeln dann etwas in Vergessenheit geraten war, tauchte es in den 1950er-Jahren wieder auf Hawaii auf. Seinerzeit griffen Surf-Lehrer auf diesen Stil zurück, um ihre Schüler besser im Blick zu haben.

Doch nachdem die Surfbretter immer kleiner wurden und die Surfer stetig nach der perfekten Welle suchten, verlor das Stand Up Paddling erneut an Bedeutung. Es sollte nun wieder mehrere Jahrzehnte dauern, bis das Stehpaddeln ein weiteres Comeback feierte.

Dieses Mal waren es Profi-Surfer, die der Wassersportart neues Leben einhauchten. Der Grund hierfür war das Wetter. Denn das Meer war so ruhig, dass ein Surfen oder Wellenreiten eigentlich kaum möglich war.

Um nicht auf den Wassersport verzichten zu müssen, packten die Surfer kurzerhand große Tandembretter aus, schnappten sich Paddel und glitten senkrecht stehend über das Wasser. Von Hawaii aus trat das Stand Up Paddling dann seinen Siegenszug um die ganze Welt an und ist heute beliebter denn je.

Für wen ist das Stand Up Paddling geeignet?

Das Stand Up Paddling ist im Prinzip für jedermann geeignet. Kinder können sich beim Stehpaddeln genauso austoben wie Erwachsene und durchtrainierte Sportler ebenso wie Personen mit sportlichem Nachholbedarf. Das Stand Up Paddling trainiert den gesamten Körper.

Von den Schultern und den Armen über den Rumpf bis hin zu den Beinen werden alle Muskeln beansprucht. Um auf dem Brett stehen zu können, muss die Muskulatur angespannt bleiben. Dies wiederum stärkt nicht nur die Arme und die Beine, sondern auch die Bauch- und die Rückenmuskulatur.

Das aufrechte Stehen trainiert außerdem die Balance, während das Paddeln die Koordination schult. Da das Stand Up Paddling keineswegs nur auf dem Meer erfolgen muss, sondern hervorragend auch auf Flüssen, auf Seen und sogar in flachen Pools stattfinden kann, muss der Paddler kein guter Schwimmer sein. Zudem hält er sich, wenn überhaupt, ohnehin nur kurz im Wasser auf. Aus diesem Grund kann das Stehpaddeln ganzjährig betrieben werden.

Dabei kann das Stand Up Paddling natürlich als Sport praktiziert werden oder eine tolle Abwechslung zum sonst üblichen Ganzkörper-Workout im Fitnessstudio sein. Aber auch für entspannte und erholsame Ausflüge auf Gewässern eignet sich das Stand Up Paddling prima.

Wer mehr Action mag, kann an diversen Wettkämpfen teilnehmen und sich mit anderen messen. Die Disziplinen teilen sich hier in Langstreckenrennen, Staffeln und Sprints über kurze Strecken auf.

Was wird fürs Stand Up Paddling benötigt?

Die Grundausstattung beim Stand Up Paddling besteht aus einem Surfbrett und einem Stechpaddel. Im Sportfachhandel sind inzwischen spezielle SUP-Boards erhältlich, die mit einer Länge zwischen 1,80 Metern und vier Metern deutlich größer sind als herkömmliche Surfbretter.

Das Paddel wiederum sollte gut in den Händen liegen und ein Stück länger sein als der Paddler. Wer den Trendsport erst einmal ausprobieren möchte, kann sich das Equipment aber natürlich auch ausleihen.

Was die Klamotten betrifft, so genügen je nach Wetter der ganz normale Badeanzug oder Sportfunktionsbekleidung, die eigentlich fürs Radfahren und Laufen gedacht ist. Im Winter bietet sich ein Neoprenanzug an. Wer auf dem Meer oder im Wildwasser paddelt, sollte außerdem sicherheitshalber an eine Schwimmweste denken.

 

Wie funktioniert das Stand Up Paddling?

Beim Stand Up Paddeln steht der Paddler auf seinem Brett und nutzt sein Paddel, um vorwärtszukommen und sein Brett zu lenken.

Die grundlegenden Abläufe gehen dabei so:

  • Zuerst legt der Paddler sein Brett aufs Wasser und kniet sich darauf.

 

  • Aus dem Knien heraus gilt es nun, aufzustehen. Dabei kann der Paddler sein Paddel ähnlich wie ein Seiltänzer als Balancestab vor sich halten.

 

  • Um die Balance beim Stand Up Paddling halten zu können, werden die Füße möglichst breit auseinander, nah am Rand des Bretts positioniert. Dabei stehen die Füße parallel nebeneinander, und zwar am besten dort, wo sich der Griff des Bretts befindet.

 

  • Sobald der Paddler auf dem Brett steht, beginnt er zu paddeln. Dafür streckt er seinen Oberarm aus, sticht das Paddel vorne, seitlich neben dem Brett ins Wasser ein und zieht es neben dem Brett durchs Wasser nach hinten. Ist er mit dem Paddel in der Höhe seiner Füße ankommen, hebt der Paddler das Paddel aus dem Wasser und sticht es erneut vorne ein.

 

  • Taucht der Paddler sein Paddel immer nur auf einer Seite ins Wasser, bewegt sich das Brett schräg nach vorne. Möchte er geradeaus fahren oder die Richtung wechseln, muss er auf der anderen Seite weiterpaddeln. Dabei werden bei einem Seitenwechsel die Arme aber nicht überkreuzt. Stattdessen greift die Hand, die eben unten war, den Griff des Paddels, während die andere Hand nach unten rutscht und den Schaft übernimmt.

 

  • Um zu bremsen, muss der Paddler das Paddel einfach nur senkrecht ins Wasser eintauchen.

 

  • Stellt der Paddler fest, dass es wackelig wird, kann er in die Hocke gehen oder sich hinknien. Dadurch rutscht der Schwerpunkt nach unten und der Paddler gewinnt wieder Stabilität. Aber es ist vor allem am Anfang durchaus normal, auch einmal ins Wasser zu plumpsen. Wichtig ist dann nur, das Paddel gut festzuhalten, damit es nicht davonschwimmt.

Je geübter der Paddler ist, desto eher kann er natürlich an seiner Technik feilen und verschiedene Paddelschläge ausprobieren. Auch das Umfahren von Hindernissen oder das Fahren auf Zeit machen viel Spaß. Zunächst sollte der Paddler aber lernen, sicher auf dem Brett zu stehen!

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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