Infos rund um Marinas

Infos rund um Marinas

Eine Marina ist ein Hafen, der Liegeplätze für die Sportschifffahrt zur Verfügung gestellt. Da eine Marina somit in erster Linie von Segel- und Motoryachten angesteuert wird, wird mitunter auch von einem Yachthafen gesprochen.

Nun ist eine Marina aber mehr als nur ein Parkplatz für das Boot. Stattdessen erwarten viele Yachteigner ein maritimes Erlebnispaket mit einem breitgefächerten und abwechslungsreichen Angebot.

 

Die Liegeplätze in einer Marina

Eine Marina verfügt über eine bestimmte Anzahl an Liegeplätzen, die als feste Dauerliegeplätze genutzt werden. Dabei können die Eigner der Boote und Yachten die Dauerliegeplätze mieten oder manchmal auch kaufen. Außerdem bietet eine Marina Besuchern Gastliegeplätze an.

Nutzen Besucher dieses Angebot für einen eher kurzen Zeitraum, werden die Liegegelder meist auf Tagesbasis abgerechnet. Maßgeblich für die Kosten ist üblicherweise die Bootslänge, bei einigen Marinas richten sich die Gebühren aber auch nach der Personenanzahl an Bord.

Je nach Marina und Wasserfahrzeug können die Kostenunterschiede sehr groß sein. So ist möglich, dass das Liegegeld für ein kleines Boot in einer einfachen Marina weniger als 10 Euro pro Tag kostet, während in einer gut ausgestatteten Marina und bei einem größeren Schiff über 150 Euro pro Tag fällig werden.

Ob und welche Liegeplätze frei sind, wird durch Schilder gekennzeichnet. Dabei weisen grüne Schilder freie Liegeplätze aus, während belegte Liegeplätze mit roten Schildern versehen werden.

 

Die Infrastruktur in einer Marina

Marinas gibt es als einfache Bootsparkplätze. Hier stehen lediglich Liegeplätze zur Verfügung, die die Wasserfahrzeuge vor Seegang und durch andere Schiffe verursachte Wasserbewegungen schützen.

Bei Marinas mit besserer Ausstattung sind an den Liegeplätzen Strom- und Trinkwasseranschlüsse vorhanden.

Um den Wassertourismus voranzubringen und zahlungskräftige Yachteigner anzulocken, setzen die Marinas aber zunehmend auf Komfort. Sanitäre Anlagen mit Duschen, Toiletten und Waschmöglichkeiten und ein parkähnlich angelegtes, teils eingezäuntes und bewachtes Gelände sind dann Standard.

Ein Kinderspielplatz, ein Restaurant und ein Supermarkt stehen ebenso zur Verfügung wie eine Schiffstankstelle, eine Fäkalienabsauganlage, Müll- und Altölentsorgungsmöglichkeiten sowie ein Internetanschluss oder WLan.

Teilweise können Besucher die Einrichtungen kostenfrei nutzen, teilweise sind sie in die Liegegebühr eingerechnet und teilweise werden sie gesondert und nach tatsächlicher Nutzung in Rechnung gestellt.

Um die Infrastruktur auch dann nutzen können, wenn das Schiff außerhalb der Öffnungszeiten des Hafenmeisters einläuft, arbeiten Marinas immer häufiger mit Automaten. Nach dem Bezahlen der Liegegebühr gibt der Automat eine Chipkarte heraus, die die Nutzung der Einrichtungen ermöglicht.

Während komfortable Marinas einem hochwertigen Campingplatz ähneln, sind Luxus-Marinas mit einem Hotel der Oberklasse vergleichbar. Hier stehen mehrere Restaurants mit gehobener Küche, Bars, Diskotheken, Swimmingpools und Wellness-Bereiche, Tennisplätze und eine vielfältige Palette an Service- und Dienstleistungsangeboten zur Verfügung.

Seit 2005 vergibt der Deutsche Tourismusverband die „Gelbe Welle“. Dieses Zeichen ist Bestandteil eines einheitlichen Informationssystems für Wassertouristik und informiert darüber, wo es Marinas und Anlegestellen mit welcher Ausstattung gibt. Umweltfreundlich gestaltete Marinas führen in Deutschland außerdem die Blaue Flagge.

Die Normen ISO-9001 und ISO-14000 legen die Richtlinien fest, die hochwertige Marinas erfüllen müssen. Daneben arbeiten die Wassersportverbände mit eigenen Zertifizierungssystemen.

 

Das Anlegen in einer Marina

In den meisten Marinas liegen die Anlegestellen an Stegen, seltener wird direkt an den Kaimauern oder vorgelagerten Wellenbrechern angelegt.

Die gängigsten Anlegevarianten sind folgende:

  • Längsseits: Hierbei wird die Yacht parallel zum Steg oder zu Mauer festgemacht. Die Befestigung erfolgt über eine Leine vom Bug nach vorne und eine Leine vom Heck nach hinten. Um ein Verdrehen der Yacht zu vermeiden, werden zusätzlich noch zwei Springleinen verwendet. Platzsparender sind die sogenannten Fingerstege. Hierbei handelt es sich um kurze Stege, die senkrecht zu den eigentlich Stegen angeordnet sind.

 

  • Buganker ausbringen: Diese Anlegevariante wird umgangssprachlich auch römisch-katholisch genannt. Das Boot bringt seinen Buganker mit einigen Schiffslängen Abstand zum Anlegeplatz aus und legt anschließend rückwärts am Steg oder der Mauer an. Nachteilig ist aber, dass sich bei einer dichten Belegung des Hafens die Ankerketten mehrerer Boote übereinanderlegen und so verheddern können. Legt ein Schiff ab, kann dies dann dazu führen, dass es seinen Anker nicht einholen kann oder den Anker eines anderen Bootes herausreißt.

 

  • Moorings: Moorings lösen das Risiko von verhedderten Ankerketten. Dafür wird vor jeder Anlegestelle ein Betonblock am Grund verankert, von dem aus eine Leine zum Steg führt. Das Boot legt rückwärts am Steg an und wird dort mit zwei Heckleinen festgemacht. Anschließend wird die Mooringleine mit einem Bootshaken aufgefasst und wie eine Vorleine unter Spannung am Bug des Schiffes belegt. Im Prinzip haben die Moorings dadurch dieselbe Funktion wie eigene Anker und wirken deshalb einem Ankerkettensalat entgegen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Mooringleine beim An- oder Ablegen in den Schiffspropeller gerät.

 

  • Dalben: Dalben besten aus Holz, Stahl oder Beton und sind in Reihen angeordnet. Dabei stehen zwei Reihen zwischen zwei gegenüberliegenden Stegen, wodurch sich eine schmale Gasse als Einfahrt und eine Art Box für das Boot ergibt. Das Boot legt senkrecht zum Steg an und wird am Heck mit zwei Leinen an zwei Dalben und zwei weiteren Leinen zwischen Bug und Steg festgemacht.

Die Betreiber von Marinas

Viele Marinas werden als kommunale Einrichtung von der Gemeinde oder der Stadt betrieben. Immer häufiger können Besucher diese Anlagen kostenfrei nutzen. Die Idee dahinter ist, dass die Städte und Gemeinden auf diese Weise den Bootstourismus und den Tourismus im Allgemeinen ankurbeln möchten.

Daneben agieren Segelvereine und Yachtclubs, Segelschulen, Bootsbaubetriebe und auch Hotels als Betreiber von Marinas. Eine weitere Form ist das Bauherrenmodell. Hierbei finanzieren Schiffseigner den Bau und die Unterhaltung einer Marina, indem sie Anteile für einen oder mehrere Liegeplätze kaufen.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

Thema: Infos rund um Marinas

 

Teilen:

Kommentar verfassen