Die Geschichte des Schwimmens – ein Überblick

Die Geschichte des Schwimmens – ein Überblick

Für uns ist es eigentlich nichts besonderes, in ein Schwimmbad zu gehen und ein paar Bahnen zu schwimmen oder im Urlaub ausgelassen im Meer zu plantschen. Selbst wer das Schwimmen nicht als regelmäßigen Sport betreibt, sondern nur hin und wieder schwimmen geht, kann sich fit halten.

Im Wasser wird der Körper leicht und die Gelenke werden geschont. Dadurch eignet sich das Schwimmen für Menschen aller Altersklassen und fast unabhängig von ihrem körperlichen oder gesundheitlichen Zustand. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit, schwimmen zu können, im Ernstfall sogar Leben retten kann. Selbst ein sehr guter Schwimmer ist zwar nie davor gefeit, zu ertrinken.

Andersherum wird es für einen Nichtschwimmer aber schwierig bis unmöglich, dem Ertrinkungstod zu entkommen. Deshalb sollten Kinder das Schwimmen schon möglichst früh lernen und spätestens in der Schulzeit steht es ohnehin auf dem Stundenplan. Doch die Menschen gingen keineswegs immer so selbstverständlich mit dem Schwimmen und Baden um, wie wir es heute tun. Ganz im Gegenteil wurde das Schwimmen im Laufe der Epochen sehr unterschiedlich gehandhabt.

Der folgende Beitrag fasst die Geschichte des Schwimmens
in einem Überblick zusammen:

Der Ursprung des Schwimmens

Seit wann der Mensch schwimmt, lässt sich nicht mit Gewissheit datieren. Die Forschung vermutet aber, dass die Menschen schon sehr früh gelernt haben, zu schwimmen. Vor allem dort, wo sie nahe am Wasser lebten, dürften sie gute Schwimmer gewesen sein. Durch diese Fähigkeit wären sie nämlich in der Lage, ihren Lebensraum optimal zu nutzen, etwa wenn es darum ging, Hindernisse zu überwinden, Strecken zurückzulegen oder zu fischen.

Auch bei Auseinandersetzungen oder auf der Flucht vor Angreifern könnten sich Schwimmer Vorteile sichern. Für diese Theorie spricht, dass bis heute fast alle Naturvölker überall auf der Welt schwimmen können. Die wahrscheinlich ältesten Belege für das Schwimmen, die bisher gefunden wurden, sind rund 8.000 Jahre alt. Es handelt sich dabei um Höhlenmalereien in Libyen.

Die Bilder zeigen Menschen, die beim Schwimmen einen Gleichschlag mit ihren Beinen ausführen. Unsere Vorfahren praktizierten also offenbar eine Form des Brustschwimmens.

Das Schwimmen in der Antike

Bei den alten Ägyptern war das Schwimmen sehr beliebt. Frauen, Männer und Kinder vergnügten sich im Wasser und Adels- oder Herrscherfamilien gönnten sich ihre ganz persönlichen Schwimmmeister. Altägyptische Hieroglyphen beschreiben das Schwimmen mit einem Wechselschlag der Beine. Daraus lässt sich ableiten, dass die alten Ägypter wohl das Kraulen bevorzugten. Auch bei den alten Griechen hatte das Schwimmen einen hohen Stellenwert.

Wer nicht lesen und schwimmen konnte, war ungebildet. Zahlreiche Sagen und Legenden erzählen von griechischen Göttern und Helden, die als Schwimmer großartige Leistungen erbracht haben. Bis zu den Olympischen Spielen schaffte es das Schwimmen aber nicht. Im alten Griechenland wurde jedoch nicht nur gerne und viel geschwommen, sondern auch die Badekultur wurde gepflegt. Schon damals stand eine große Palette an verschiedenen Wannen-, Dampf- und Heißluftbädern zur Auswahl. Die alten Römer waren ebenfalls wahre Meister in Sachen Badekultur.

Während sich die Oberschicht in ihren privaten Badetempeln vergnügte, nutzten die einfachen Leute öffentliche Badehäuser für gesellschaftliche und geschäftliche Treffen. Auch das Schwimmen war bei den alten Römern hoch angesehen, allerdings bekamen hauptsächlich Soldaten Schwimmunterricht. Sehr gute Schwimmer wiederum waren die Germanen.

Sie gingen nackt bei jedem Wetter ins Wasser, nutzten das Bad als Heilmittel bei Krankheiten, trugen regelmäßig Schwimmwettbewerbe aus und setzten das Schwimmen als erfolgreiches Mittel im Kampf ein. Ähnlich wie die alten Ägypter bewegten sich auch die Germanen kraulend durchs Wasser.

Das Schwimmen zwischen dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert

Mit dem Untergang des Römischen Reiches endete auch die Ära der Badekultur. Badehäuser verkamen zu Bordellen und aus den schwimmenden Helden wurden moralisch verwerfliche Lüstlinge. Wasser wurde zu einem gefährlichen Element erklärt, in dem gefährliche Ungeheuer, böse Dämonen und verschiedenste andere Gefahren lauerten.

Die Menschen gingen nicht mehr baden und lernten das Schwimmen nicht. Neben Krankheiten wurde das Ertrinken so zu einer sehr häufigen Todesursache. Gleichzeitig wurden öffentliche Badehäuser verboten und wer sich dem Verbot widersetzte, musste mit empfindlichen Strafen rechnen. Erst das Zeitalter der Aufklärung brachte eine erneute Wende. Die Menschen lernten, dass nicht das Wasser der Auslöser von Krankheiten war, sondern die mangelnde Hygiene.

Das Schwimmen wurde als Form der körperlichen Ertüchtigung wieder salonfähig und zum Bestandteil der Erziehung erhoben. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebte so die Bade- und Schwimmkultur in Europa wieder auf. Zahlreiche öffentliche Badeanstalten wurden gebaut, alte Badehäuser und Thermen wiederbelebt und Seebäder eröffnet.

Allerdings blieben der Urlaub am Meer und das Vergnügen im Wasser zunächst den Reichen und Schönen vorbehalten. Erst rund zwei Jahrhunderte später hatte sich das Schwimmen zu einem Vergnügen entwickelt, das allen Gesellschaftsschichten offenstand.

Das Schwimmen heute

In den 1960er-Jahren wurde das Schwimmen in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen und steht seitdem als sogenannte Pflichtsportart im schulischen Sportunterricht auf dem Programm. Zudem gibt es in fast jedem größeren Ort ein Hallen- oder Freibad.

An vielen Stellen finden sich auch Bagger- und andere Badeseen. Moderne Freizeit- und Erlebnisbäder boomen, ebenso wie altehrwürdige Thermen und Wellnesstempel, die traditionelle Badekulturen wieder aufleben lassen. Auch wenn es darum geht, die Gesundheit wiederherzustellen oder zu erhalten, spielt das Schwimmen eine wichtige Rolle. Trotzdem beklagen Experten, dass die Zahl der Nichtschwimmer in den vergangenen Jahren wieder steigt.

Ein Grund hierfür sind sicherlich die teils sehr klammen Kassen der Kommunen, die es nicht zulassen, den Badebetrieb aufrechtzuerhalten. Die Folge davon ist, dass Schwimmstätten geschlossen werden müssen. Ein anderer Grund dürften die veränderten Gewohnheiten sein. In vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen und haben so wenig Zeit, um mit ihren Kindern Schwimmkurse zu besuchen oder Ausflüge an den Badesee zu unternehmen. Auch die Kids sitzen mitunter lieber vor dem Computer oder dem Fernseher als sich mit ihren Freunden im Freibad zu treffen.

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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