6 Fragen zum Tauchen

6 Fragen zum Tauchen

Ob am heimischen See, im Meer oder in einem Indoor-Tauchzentrum: Das Tauchen ist ein faszinierender Sport, der den Wassersportler in die beeindruckende Unterwasserwelt eintauchen lässt.

Doch ohne Ausbildung und Ausrüstung geht es leider nicht. Aber worauf muss der angehende Taucher achten?

Hier sind sechs grundlegende Fragen zum Tauchen!:

 

Frage 1: Welche Formen des Tauchens gibt es?

Beim Tauchen werden zunächst einmal zwei grundlegende Formen voneinander unterschieden, nämlich das Apnoe- und das Gerätetauchen. Beim Aponetauchen steht dem Taucher nur seine eigene Atemluft zur Verfügung, Geräte und Hilfsmittel hat er nicht dabei.

Möchte der Taucher ausgiebige Tauchgänge unternehmen und die Unterwasserwelt erkunden, ist das Gerätetauchen deshalb die bessere Wahl. Wenn sich jemand fürs Tauchen interessiert, denkt er meistens an das Gerätetauchen.

Neben den beiden Grundformen gibt es beim Tauchen spezielle Varianten wie beispielsweise das Höhlentauchen, das Wracktauchen, das Eistauchen oder das Nachttauchen. Sie erfordern jedoch mehr Erfahrung und sind für Tauchanfänger daher nur bedingt geeignet.

 

Frage 2: Wo kann das Tauchen gelernt werden?

Bei einem Tauchgang taucht der Taucher in die Unterwasserwelt ein. In der Unterwasserwelt gelten jedoch andere Regeln und Gesetzmäßigkeiten als auf dem Lande. An einer soliden Ausbildung führt deshalb kein Weg vorbei. Denn die Tauchausbildung schafft die Grundlage dafür, dass sich der Taucher sicher unter Wasser bewegen und seinem Hobby mit Freude nachgehen kann.

Ein Tauchkurs kann sowohl zu Hause als auch im Urlaub absolviert werden. Dabei bietet sich für den Einstieg ein sogenanntes Schnuppertauchen an. Findet der Kursteilnehmer Gefallen am Tauchen, kann er dann weitere Tauchkurse absolvieren, um so sein Wissen nach und nach zu vertiefen.

Anbieter von Tauchkursen sind Tauchschulen, Tauchvereine und Tauchbasen. Im Winter finden die Kurse meist in Schwimmbädern statt, im Sommer auch an geeigneten Strandabschnitten und in Seen.

Daneben gibt es Indoor-Tauchzentren, die durch ihre ansprechenden Unterwasserwelten echtes Tauchfeeling vermitteln. Bei den Anbietern der Tauchkurse kann in aller Regel auch die Tauchausrüstung ausgeliehen werden.

Hat der Taucher einen Tauchkurs erfolgreich absolviert, erhält er den entsprechenden Tauchschein, auch Brevet genannt. Dabei gibt es die Tauchscheine in verschiedenen Qualifikationsstufen. Allerdings sind sowohl die Tauchausbildungen als auch die Prüfungen unterschiedlich strukturiert. Deshalb können die Bezeichnungen der einzelnen Brevets je nach Land und Anbieter voneinander abweichen.

Ab einer gewissen Könnensstufe werden die Tauchscheine aber weltweit als Qualifikationsnachweise anerkannt. Zudem hat ein Taucher nicht nur seine Tauchscheine, sondern auch sein Logbuch. In dem Logbuch werden die bisherigen Tauchgänge dokumentiert. Somit gibt auch das Logbuch Aufschluss über die Fertigkeiten und die Erfahrung des Tauchers.

 

Frage 3: Welche Ausstattung wird fürs Tauchen benötigt?

Die Grundausstattung beim Tauchen ist die sogenannte ABC Ausrüstung. Sie besteht aus der Maske, dem Schnorchel und den Flossen:

  • Die Maske muss optimal sitzen. Dies ist dann der Fall, wenn sie nirgends drückt, sich angenehm tragen lässt und absolut wasserdicht ist. Zwei weiche Silikonmanschetten und ein breites Band sorgen für einen zuverlässigen Sitz. Um zu prüfen, ob die Maske passt und dicht ist, wird die Maske auf das Gesicht gesetzt und mit der Nase Luft eingeamtet. Die Maske sollte nun sicher auf dem Gesicht halten, ohne dass das Band dafür notwendig ist. Wichtig ist außerdem, dass das Gesichtsfeld der Maske ausreichend groß ist, während das Luftvolumen in der Maske eher gering ausfällt. Ist der Taucher Brillenträger, sollte er auf eine Maske mit optischen Gläsern zurückgreifen.

 

  • Der Schnorchel sollte mit einem Mundstück ausgestattet sein, das gut zum Mund des Tauchers passt. Zusammen mit einem ausreichend langen Rohr sorgt der Schnorchel dafür, das der Taucher bequem atmen kann, wenn er im Wasser liegt und durch die Maske nach unten in Richtung Boden schaut.

 

  • Die Flossen sollten über ein Gummiband an der Ferse verfügen und beim Tauchgang zusammen mit Füßlingen aus Neopren getragen werden. Die Größe und die Steifigkeit der Flossen sollten sowohl zur Kraft als auch zum Können des Tauchers passen. Flossen mit einem integrierten Fußteil sind für Tauchgänge nur bedingt geeignet. Sie bieten sich eher für das Schwimmen im Pool und für Schnorchelausflüge an.

 

  • Die Maske, der Schnorchel und die Flossen sollten möglichst perfekt passen. Deshalb sollte sich der Taucher diese drei Teile besser kaufen. Alle anderen Dinge wie einen Tauchanzug aus Neopren, einen Bleigurt, die Flaschen und den Atemregler, eine Lampe oder einen Tauchcomputer kann er sich zunächst ausleihen. Ob sich die Anschaffung dann später lohnt, hängt davon ab, wo und wie oft der Taucher seinem Hobby nachgeht.

 

Frage 4: Worauf sollte ein Anfänger bei der Auswahl eines Tauchspots achten?

Wo der Tauchanfänger seine ersten Tauchgänge unternimmt oder wohin ihn sein erster Tauchurlaub führt, ist natürlich immer eine persönliche Entscheidung. Die Tauchkenntnisse, die eigenen Vorlieben, die verfügbare Zeit und nicht zuletzt auch das Budget sind wichtige Faktoren in diesem Zusammenhang. Grundsätzlich sollte der Tauchanfänger aber darauf achten, dass sein Wunschtauchspot

  • möglichst klares Wasser,
  • einen leichten Zugang und
  • keine Strömung

bietet. Kommen dann noch angenehm warme Temperaturen und eine interessante, bunte Unterwasserwelt mit verschiedenen Pflanzen und Wassertieren dazu, sind die Bedingungen perfekt. Bucht der Taucher eine Tauchreise, sollte er sich erkundigen, ob das Revier auch wirklich für Anfänger geeignet ist.

Schließlich wäre es überaus enttäuschend, wenn der Taucher vor Ort feststellen muss, dass das Tauchrevier doch zu anspruchsvoll ist. Vor Ort wiederum bietet sich ein geführter Tauchgang an. So hat der Tauchanfänger einen erfahrenen Taucher an seiner Seite, der ihm Sicherheit gibt und gleichzeitig die Besonderheiten des Reviers zeigen kann.

 

Frage 5: Ab welchem Alter können Kinder mit dem Tauchen beginnen?

Kinder sind von Haus aus an Wasser fasziniert und haben viel Spaß am Plantschen und Schwimmen. Beim Tauchen ist es aber wichtig, dass das Kind Regeln verstehen und einhalten kann. Zudem muss das Kind körperliche Gesundheit, eine gewisse psychische Reife und gute motorische Fähigkeiten mitbringen.

Der Weg zum Tauchen führt bei Kindern deshalb über mehrere Stationen. Den Anfang macht das Schwimmen. Ist das Kind ein sicherer Schwimmer, geht es mit dem Schnorcheln und danach mit dem Apnoetauchen weiter. Zum Schluss lernt das Kind dann das Gerätetauchen.

Nach allgemeiner Auffassung sollte ein Kind frühestens mit acht Jahren mit dem Gerätetauchen beginnen. Vorher ist vor allem die Lunge noch nicht ausreichend entwickelt. Tauchgänge mit einer Dauer von 30 Minuten und einer Tiefe bis zwölf Meter gelten als Höchstgrenzen.

Wichtig ist, dass das Kind von Anfang an lernt, langsam aufzutauchen und den Druckausgleich richtig auszuführen. Zudem braucht das Kind eine Tauchausrüstung, die optimal auf seinen Körper angepasst ist. Zusammen mit einer kindgerechten Tauchausbildung kann das Tauchen dann aber durchaus zu einer Wassersportart für die ganze Familie werden.

Frage 6: Ist das Tauchen ein gefährlicher Sport?

Das Tauchen ist eine Sportart und bringt wie jede sportliche Aktivität gewisse Risiken mit sich. Die besondere Herausforderung beim Tauchen liegt darin, die speziellen Gesetzmäßigkeiten der Unterwasserwelt zu meistern.

So muss der Taucher mit dem höheren Druck, der zunehmenden Dunkelheit, der größeren Wärmeleitfähigkeit und nicht zuletzt der anderen Art des Atmens zurechtkommen. Dies wiederum setzt zum einen voraus, dass der Taucher gesund und körperlich fit ist. Regelmäßige Tauglichkeitsuntersuchungen bei einem Taucharzt sind deshalb Pflicht.

Zudem sollte der Taucher stetig an seiner Kondition und Fitness arbeiten. Zum anderen muss der Taucher die Tauchregeln kennen und strikt befolgen. Kombiniert mit einer guten Ausbildung, vernünftigem Gerät und einem verantwortungsvollen Handeln ist das Tauchen aber ein faszinierender Wassersport, der nicht gefährlicher oder riskanter ist als andere Sportarten.

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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