Tiere im Wasser: Wale im Portrait

Tiere im Wasser: Wale im Portrait

 

Wasser ist der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Dabei ist die Unterwasserwelt noch längst nicht erforscht, vor allem die großen Tiefen bergen nach wie vor Geheimnisse. Auf der anderen Seite ist es faszinierend, in die Welten unter Wasser einzutauchen und die Wasserlebewesen zu beobachten.

So gehört es beispielsweise im Urlaub zu den besonderen Highlights, zu schnorcheln und zu tauchen oder zusammen mit Fischen zu schwimmen. Diejenigen, die nicht selbst ins Wasser möchten, unternehmen Bootstouren und freuen sich, wenn größere Fische das Boot begleiten. Dabei gibt es Wasserlebewesen, die ganz besonders beeindrucken. Zu ihnen gehören Wale.

Aber welche Wale gibt es eigentlich? Und was macht sie so besonders?

Hier die Wale im Portrait:

 

Mythen und Legenden rund um Wale

Der wissenschaftliche Sammelbegriff für Wale lautet Cetacea. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung in der griechischen Mythologie. Hier wurden vor allem große Wale für Ungeheuer aus dem Meer gehalten und Keto oder Ketos genannt. In der Bibel findet sich ebenfalls eine Geschichte, die davon erzählt, dass ein riesiges Meeresungeheuer den Propheten Jona verschluckt und später wieder gesund und unversehrt ausgespuckt haben soll.

Fälschlicherweise wurde die Bezeichnung dieses Wassermonsters mit Walfisch übersetzt. Diese Übersetzung ist deshalb falsch, weil ein Wal kein Fisch, sondern ein Säugetier ist. Aber Wale waren wegen ihrer Größe nicht nur gefürchtet, sondern wurden auch verehrt.

So glaubten etwa die Maori, dass ein Wal einst das erste Mitglied ihres Stammes auf seinem Rücken nach Neuseeland gebracht haben soll. Indianerstämme im Nordwesten Amerikas wiederum vergötterten Wale als übernatürliche Wesen oder sahen in den Tieren wiedergeborene Häuptlinge.

Delfine galten schon in der Antike als besonders hilfsbereite Wesen. Im antiken Griechenland wurden sie deshalb als Schutztiere der Reisenden verehrt.

 

Bartenwale

Die Cetacea gliedern sich in zwei Unterordnungen. Eine dieser Unterordnungen bilden die Bartenwale. Eine Besonderheit der Bartenwale ist ihre enorme Größe. Schon die kleinsten Bartenwale erreichen eine Körperlänge von über sechs Metern. Der größte und schwerste Vertreter der Bartenwale ist der Blauwal.

Mit einer Größe von mehr als 30 Metern ist er zugleich das größte Tier überhaupt. Eine weitere Besonderheit der Bartenwale sind ihre Barten, die ihnen auch ihren Namen gegeben haben. Barten sind teils meterlange Hornplatten mit einer faserigen Struktur und anstelle von Zähnen am Oberkiefer angeordnet. Mithilfe der Barten können die Wale Nahrung aus dem Wasser filtern.

Dafür nehmen die Tiere riesige Wassermengen auf und pressen das Wasser durch die Barten hindurch wieder aus. Kleine Tiere wie Krebse oder Fische bleiben so zwischen den Barten hängen.

Eine Gemeinsamkeit der großen Walarten besteht darin, dass sie sehr lange Wanderungen unternehmen. Viele Bartenwale ernähren sich von Krill. Krill sind kleine Krebse. Riesige Krebsschwärme ziehen im Sommer durch die Polarmeere und dorthin wandern auch die Wale.

Allerdings ist das Wasser in den Polarmeeren für die Walkälber zu kalt. Im Winter ziehen die Wale deshalb in wärmere Gewässer, wo dann auch die Jungtiere zur Welt kommen.

 

Zahnwale und Delfine

Die zweite Unterordnung der Cetacea sind die Zahnwale. Wie ihr Name bereits andeutet, haben sie keine Barten, sondern Zähne. Insgesamt sind Zahnwale sehr viel kleiner als Bartenwale. Eine Ausnahme bildet lediglich der Pottwal, der bis zu 18 Meter lang werden kann.

Eine Besonderheit der Zahnwale ist die sogenannte Echoortung. Diese Wahrnehmungsform ermöglicht den Tieren, sich durch die Echos von Ultraschalltönen zu orientieren. Überhaupt verfügen Zahnwale über ein recht großes Repertoire an Geräuschen, um sich zu verständigen. Die kommunikativen Zahnwale leben meistens in festen, familienähnlichen Verbänden.

Es gibt insgesamt über 80 verschiedene Walarten, von denen rund 70 zu den Zahnwalen gehören. Eine besonders große Gruppe unter den Zahnwalen wiederum bilden Delfine. Weit mehr als die Hälfte der Zahnwalarten sind Delfine. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass Delfine mitunter nicht als Wale, sondern als eigenständige Gruppe behandelt werden.

Andersherum ist nicht immer offensichtlich, dass ein Wal zur Familie der Delfine gehört. So verbinden viele den Delfin vor allem mit den langschnäuzigen Delfinarten wie etwa dem Großen Tümmler, der aus Filmen und Delfinarien bekannt ist. Aber auch Walarten wie der Schwertwal oder der Grindwal gehören zur Familie der Delfine.

 

Der Weg der Wale vom Land ins Wasser

Wale sind Säugetiere und stammen auch von Säugetieren ab, die auf dem Land leben. Der nächste Verwandte der Wale, der heute noch lebt, ist das Flusspferd. Lange Zeit war es aber ein großes Rätsel, wie die Wale ihren Weg ins Wasser fanden. Inzwischen lässt sich diese Entwicklung, die rund zehn Millionen Jahre gedauert hat, dank verschiedener Fossilfunde ungefähr nachvollziehen.

Über die genauen Details ist sich die Forschung allerdings nicht einig. Fest steht, dass Wale ursprünglich von dem Vorfahren abstammen, der der Vorfahre aller Paarhufer ist. Im engeren Sinne gilt der Pakicetus als erster Vorfahr der Wale. Der Pakicetus war ein vierbeiniges Raubtier.

Er war ungefähr so groß wie ein Fuchs oder ein Wolf, lebte wohl größtenteils an Land und war vor rund 50 Millionen Jahren an den Küsten Südostasiens zu Hause. 4 Millionen Jahre später tauchte der Rhodhocetus auf. Seine Füße hatten sich bereits zu Flossen entwickelt, weshalb er sich an Land nur bedingt fortbewegen konnte. Deshalb gilt er als das Bindeglied zwischen den Walvorfahren, die an Land und im Wasser lebten.

Weitere 4 Millionen Jahre später schloss der Basilusaurus die Entwicklung von Land- zu Wassersäugetieren ab. Der Basilusaurus hatte sich vollkommen an ein Leben im Wasser angepasst. Durch sein nach oben verschobenes Nasenloch und seine Schwanzflosse kam sein Aussehen den Walen schon recht nahe. Vor ungefähr 35 Millionen Jahren teilte sich der Basilusaurus dann in zwei Untergruppen auf. Aus diesen Untergruppen gingen auf der einen Seite die Bartenwale und auf der anderen Seite die Zahnwale hervor.

Doch auch wenn die sanften Riesenwale, die quirligen Zahnwale und die freundlichen Delfine die Menschen schon seit jeher faszinieren, steht die Forschung noch am Anfang. Ein Grund hierfür ist, dass die Tiere einen Großteil ihres Lebens in großen Tiefen verbringen und deshalb nur schwer zu beobachten sind.

Erst durch Unterwassermikrofone und GPS-Sender, die an den Tieren angebracht werden, ist es heute möglich, die Töne und die Bewegungen der Wale nachzuvollziehen.

Die Auswertung von kleinen Gewebeproben ermöglicht den Forschern, Verwandtschaftsverhältnisse und Lebensgewohnheiten zu analysieren. In Datenbanken werden die Tiere registriert, um nachzuvollziehen, wo welche Wale leben. Wie viele Wale der verschiedenen Arten es gibt, lässt sich aber nur grob schätzen.

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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