Unliebsame Meerestiere: Maßnahmen bei Kontakt

Unliebsame Meerestiere: Maßnahmen bei Kontakt

Ob beim Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen, ob beim Spaziergang am Strand oder bei einem Ausflug mit dem Boot: Begegnungen mit unliebsamen Meerestieren lassen sich nie ganz ausschließen.

Die Stacheln der Meeresbewohner können schmerzhafte Wunden zur Folge haben, ihre Gifte können allergische Reaktionen hervorrufen. Gut ist dann, wenn die richtigen Verhaltensweisen bekannt sind.

Der folgende Ratgeber nennt deshalb einige unliebsame Meerestiere und gibt Tipps für Maßnahmen bei Kontakt:

 

Algen

Algen sind in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer und im Atlantik heimisch. Je nach Jahreszeit und Witterung können sie zu einer regelrechten Plage werden und ein entspanntes Baden unmöglich machen. Aber Algen können nicht nur lästig, sondern auch giftig sein.

Dies gilt beispielsweise für die Blaualge, die bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen und bei einem versehentlichen Verschlucken Übelkeit auslösen kann. Ärzte raten deshalb dringend davon ab, in Blaualgenfeldern zu baden. Zu erkennen sind Blaualgen an fast durchsichtigen Fäden, die im Wasser treiben. Diese Fäden bilden die Algen bei ihrer Vermehrung aus.

Ist die Vermehrung weiter vorangeschritten, verbinden sich die Fäden zu hellbraunen Flocken und färben das Wasser hellbraun bis grünlich und trüb ein.

 

Maßnahmen bei Kontakt: Ist es zu einem Kontakt mit Algen gekommen, sollte möglichst direkt eine ausgiebige Dusche mit Süßwasser erfolgen.

 

Petermännchen

Das Petermännchen lebt im Nordatlantik, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer sowie in der Nord- und Ostsee und gehört zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa. Der Fisch hat einen schmalen, 15 bis 50 cm langen Körper und sieht eigentlich ganz harmlos aus.

Auf dem Rücken hat das Petermännchen aber fünf bis sieben harte und sehr giftige Stacheln. Eine Berührung mit dem Stachel löst sofort einen heftigen Schmerz aus, der sich von der Einstechstelle aus im Körper ausbreitet. Als weitere Symptome kommen oft Schwellungen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Fieber dazu, die mitunter mehrere Tage lang anhalten können.

Die Gefahr, auf ein Petermännchen zu treffen, ist im Frühjahr und im Sommer besonders groß. Denn in dieser Zeit zieht der Fisch in seichte Uferregionen, um zu laichen. Dabei gräbt sich das Petermännchen sehr gerne im Sand ein. Deshalb ist auch bei Strandspaziergängen und Wattwanderungen Vorsicht geboten.

 

Maßnahmen bei Kontakt:

  • Nach einem Kontakt mit dem Petermännchen sollte der Betroffene sofort aus dem Wasser gehen und die Wunde mit viel Meerwasser ausspülen.
  • Stecken noch Reste des Stachels in der Haut, sollten diese mit einer Pinzette herausgezogen werden.
  • Ist die Wunde ausgespült, sollte sie mit 40- bis 70-prozentigem Alkohol desinfiziert werden.
  • Viele erfahrene Taucher empfehlen bei Stichen durch Giftfische die sogenannte Heißwassermethode, auch Überwärmungstherapie genannt. Hierbei wird die Einstichstelle mit 50 bis 60 Grad heißem Wasser behandelt, indem der entsprechende Körperteil in das heiße Bad gelegt oder mit heißen Kompressen bedeckt wird. Die Idee dahinter ist, dass Fischgifte durch die Hitze unwirksam werden. Unter Medizinern ist diese Methode jedoch umstritten, weil bei derart heißem Wasser immer leichte Verbrühungen entstehen. Zudem sei die Methode nur dann effektiv, wenn sie angewendet wird, bevor der Kreislauf die Giftstoffe verteilt hat.
  • Treten nach dem Kontakt mit einem Petermännchen stärkere Beschwerden auf, muss ein Arzt kontaktiert werden.

 

Quallen

Quallen sind in allen Weltmeeren zu Hause und die meisten Quallenarten sind vollkommen harmlos. Unangenehm kann aber eine Begegnung mit einer Feuerqualle sein.

Sie lebt in den nördlicheren Breitengraden und ist an ihren langen, rotbraunen Tentakeln zu erkennen. Gleiches gilt für die gelbe und die blaue Nesselquelle. Kommt es zu einer Berührung mit einer Feuer- oder Nesselqualle, stellt sich wenige Momente später ein schmerzhaftes Brennen ein.

Kreislaufprobleme, Fieber und allergische Reaktionen bis hin zu einem allergischen Schock sind ebenfalls denkbar. Gefährlich wiederum sind die Portugiesische Galeere und die Würfelqualle, die auch unter dem Namen Seewespe bekannt ist.

Die Würfelqualle ist vor allem im südlichen Pazifik zu Hause und ihr Gift kann innerhalb weniger Minuten tödlich sein. Generell finden sich in tropischen und subtropischen Gewässern mehrere hochgiftige Quallenarten, die Badende und Taucher in ernste Gefahr bringen können.

 

Maßnahmen bei Kontakt:

  • Zunächst sollten Nesselschleim oder Tentakelreste entfernt werden. Um eine weitere Verbreitung auf der Haut zu verhindern, sollte dies aber nicht mit bloßen Händen erfolgen. Stattdessen ist es besser, die betroffenen Stellen mit Sand zu bestreuen und den Sand samt Tierresten nach dem Trocknen mit einem flachen Gegenstand wie einer Bankkarte oder einem Messerrücken abzustreifen.
  • Anschließend sollte die Haut gründlich mit Meerwasser abgespült werden. Leitungswasser ist keine gute Idee, denn Süßwasser führt zu einem Osmose-Effekt, der Reste wie Nesselkapseln zum Aufplatzen bringen kann. Alkohol ist ebenfalls nicht gut geeignet. Beim Kontakt mit einer Feuerqualle kann die betroffene Stelle aber auch mit einer Essiglösung abgespült werden.
  • Ist die betroffene Stelle gereinigt, sollte die Wunde gekühlt werden. Antihistaminika helfen gegen die Schmerzen.
  • Ist die Haut großflächiger verletzt oder treten Symptome wie Übelkeit oder Fieber auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

 

Seeigel

In den Weltmeeren leben mehr als 800 verschiedene Arten des Seeigels. Er sitzt bevorzugt auf oder zwischen Steinen, was dazu führt, dass Badende immer wieder versehentlich auf einen Seeigel treten.

In den Urlaubsgebieten in und um Europa herum sind eigentlich nur ungiftige Seeigelarten zu Hause. Allerdings kann der Kontakt mit dem Seeigel zu einer schmerzhaften Stichwunde führen und abgebrochene Stachelspitzen können sich entzünden. Im Roten Meer leben auch giftige Seeigel, die mit ihrem Stich Muskelbeschwerden und Herzprobleme verursachen können.

 

Maßnahmen bei Kontakt:

  • Die Stacheln des Seeigels bestehen aus Kalk. Sitzt ein Stachel an der Oberfläche, kann deshalb versucht werden, ihn mit Essig aufzulösen. Eine andere Möglichkeit ist, mehrfach ein Pflaster oder einen Klebestreifen aufzukleben und abzuziehen, um den Stachel auf diese Weise herauszuziehen. Generell ist wichtig, behutsam vorzugehen, damit der Stachel nicht abbricht und die Spitze in der Haut bleibt.
  • Steckt der Stachel teilweise in der Haut, kann er mit einer Pinzette vorsichtig herausgezogen werden. Anschließend sollte die Einstichstelle mit Alkohol desinfiziert werden.
  • Sitzt der Stachel tief oder steckt ein abgebrochener Stachelrest in der Haut, muss ein Arzt ran.

 

Steinfische

Der Steinfisch ist hauptsächlich im Roten Meer, im Pazifik und im Indischen Ozean heimisch. Er hält sich bevorzugt auf Riffen, am Meeresboden und im Sand auf. Durch seine gute Tarnung ist er oft erst zu erkennen, wenn es bereits zu einer Berührung kam.

Diese wiederum kann äußerst unangenehm sein. Der Steinfisch hat nämlich auf der Ober- und auf der Unterseite unzählige Giftstachel, die ein Muskel- und Nervengift absondern. Das Ergebnis eines Stichs ist ein sehr starker, brennender Schmerz.

Neben starken Schwellungen im Bereich der Einstichstelle können Lähmungserscheinungen, Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie Herz-Kreislaufprobleme auftreten. In schlimmen Fällen kann es mehrere Monate dauern, bis der Betroffene wieder genesen ist.

 

Maßnahmen bei Kontakt:

  • Hat der Steinfisch zugestochen, muss der Betroffene das Wasser sofort verlassen oder aus dem Wasser geborgen werden.
  • Die Wunde muss sofort mit reichlich Meerwasser ausgespült und eventuelle Reste des Stachels aus der Wunde gezogen werden.
  • Die betroffene Körperstelle sollte möglichst ruhig gelagert werden. Dadurch lässt sich verhindern, dass sich das Gift durch die Körperbewegungen weiter verteilt.
  • Der Kontakt mit dem Steinfisch kann zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen führen. Deshalb wird als Erste-Hilfe-Maßnahme oft die umstrittene Heißwassermethode empfohlen. Eine Alternative dazu ist, die Einstichstelle mit verdünntem Natriumpermanganat zu behandeln.
  • Während die Erste-Hilfe-Maßnahmen laufen, sollte der Notarzt alarmiert werden. Er wird dann meist ein Anti-Serum spritzen.

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