Übersicht zu Seenot-Signalmitteln

Übersicht zu Seenot-Signalmitteln 

Auch ein sehr erfahrener und umsichtiger Wassersportler kann in eine Notsituation geraten, etwa wenn sich plötzlich die Wetterverhältnisse ändern oder es zu einer Kollision mit einem anderen Wasserfahrzeug kommt.

Um andere auf sich aufmerksam zu machen, sind Seenot-Signalmittel daher nicht nur ein hilfreiches Instrument, sondern können im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Insofern sollten geeignete Signalmittel zu der Standardausrüstung bei jeder Tour gehören. 

 

Hier nun eine Übersicht zu den Seenot-Signalmittel, die grundsätzlich in Frage kommen können:

1.       Tonsignale in Form einer Signalpfeife oder eines Nebelhorns.

Eine Signalpfeife sollte grundsätzlich an jeder Rettungsweste befestigt sein. Allerdings sind Tonsignale aufgrund der Geräusche, die der Wind und die Wellen verursachen, meist nur im direkten Nahbereich zu hören. Erschwerend kommt hinzu, dass das Signal der Pfeife mit Möwenschreien verwechselt werden kann. 

2.       Handzeichen.

Gerät ein Paddler in eine Notsituation, zeigt er dies durch langsames, wiederholten Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Arme an. Besteht Kentergefahr, wird das Paddel mit beiden Händen festgehalten und auf- und abwärts bewegt. Eine Kenterung wird angezeigt, indem das Paddel senkrecht aus dem Wasser gehalten und damit gewunken wird. Allerdings sind auch Handzeichen nur begrenzt sichtbar.

3.       Sichtsignale.

Hierzu gehören Signalspiegel, Taschenlampen und Blitzleuchten. Mithilfe einer Taschenlampe kann SOS signalisiert werden, durch die Reflexion von Sonnenstrahlen auf dem Spiegel kann angezeigt werden, wo sich der Hilfsbedürftige befindet. Handrauchfackeln erzeugen einen orangenen Rauch, der bei Tag und bei Nacht etwa fünf Kilometer weit sichtbar ist. Allerdings leidet die Signalwirkung unter Wind, der den Rauch verwehen kann.

Zudem ist wichtig, die Fackel so zu positionieren, dass der Rauch nicht eingeatmet wird. Handfackeln gibt es mit rotem und mit weißem Licht. Das Signal ist tagsüber und nachts bis zu 22 Kilometer weit sichtbar und bei jedem Wetter effektiv. Signalkugeln, für die kein Sachkundenachweis erforderlich ist, erzeugen rote oder weiße Signale, die bis zu 75 Meter hoch aufsteigen.

Die Brenndauer ist zwar verhältnismäßig kurz, um auf sich aufmerksam zu machen, eignen sich Signalkugeln jedoch sehr gut sowohl bei Tag als auch in der Dunkelheit. Fallschirmraketen gehören zu den Fernsignalen, die selbst bei Dunkelheit bis zu 55 Kilometer weit sichtbar sind. Ein Kanute darf kann jedoch nur zwei solcher Raketen mit sich führen, zudem dürfen Fallschirmraketen nur mit vorhandenem Pyroschein genutzt werden.

4.       Kommunikationssignale.

Hierfür eignen sich einerseits das Handy und andererseits der UKW-Sprechfunk, wobei für letzteren ein Sprechfunkzeugnis erforderlich ist. Problematisch kann sein, dass beide Geräte grundsätzlich wasserdicht verpackt sein müssen und die Geräuschkulisse die Kommunikation negativ beeinflussen kann. Hinzu kommt, dass Netzempfang gegeben und zudem eine entsprechende Funkstelle nicht nur vorhanden, sondern auch besetzt sein muss.

Daneben gibt es Satelliten-Notfunkbaken, bei denen das Signal via Satellit empfangen, geortet und an entsprechende Stellen weitergeleitet wird.

Nachteilig an diesen Geräten ist jedoch der recht hohe Anschaffungspreis. Zudem muss das Gerät idealerweise am Körper gelagert werden, damit es auch bei Verlust des Bootes genutzt werden kann.

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