Ziele zum Beobachten von Walen in Europa

Die schönsten Ziele zum Beobachten von Walen in Europa 

Das Beobachten von Walen, das neudeutsch gerne auch als Whale Watching bezeichnet wird, ist in vielen Regionen zu einem wichtigen touristischen Standbein geworden. 

Jedes Jahr nehmen weltweit über zehn Millionen Menschen an Touren teil, um Wale in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Die Ursprünge des Walbeobachtungstourismus liegen in den USA, seit den 1980er-Jahren gibt es ähnliche Angebote aber auch in Europa.

Dabei können Urlauber in Europa rund 36 verschiedene Walarten beobachten und vielerorts ist dies sowohl vom Boot als auch vom Festland aus möglich. Der regelrechte Boom der kommerziellen Walbeobachtung kann allerdings auch seine Schattenseiten haben, denn Touren, die nicht unter Berücksichtung der Lebensgewohnheiten der Wale durchgeführt werden, können die Tiere empfindlich stören.

Urlauber, die Wale beobachten möchten, sollten den Anbieter daher mit Bedacht auswählen. Viele Anbieter haben sich allerdings dazu verpflichtet, sich an einen bestimmten Verhaltenskodex zu halten.

Zu diesem gehört unter anderem, einen Mindestabstand zu den Walen einzuhalten, den Motor abzuschalten und die Tiere nicht anzufassen. Einige Anbieter kombinieren die Touren zudem mit Forschungszwecken und geben die erhobenen Sichtungsdaten an die Walforschung und Walschutzorganisationen weiter.

Wo es nun aber welche Walarten zu sehen gibt, verrät, in alphabetischer Reihenfolge, die folgende Übersicht mit den schönsten Zielen zum Beobachten von Walen in Europa:  

Wale bei Island

In den isländischen Gewässern können 24 verschiedene Walarten beobachtet werden. Am häufigsten kommen Zwerg- und Schweinswale sowie Weißschnauzendelfine vor, aber auch Blau-, Buckel- und Finnwale sind zu sehen. Einige Walarten sind das ganze Jahr über in isländischen Gewässern zu Hause, vor allem die großen Walarten tauchen allerdings nur im Sommer auf. Walbeobachtungstouren werden in Island vielerorts angeboten.

So gibt es beispielsweise im Südwesten der Insel Unternehmen, die ganzjährig Walbeobachtungstouren veranstalten. Im Nordosten wiederum liegt ein kleines Dorf namens Húsavik. Hier haben sich elf Bewohner zusammengeschlossen, ein altes Walfangboot restauriert und bieten seit mittlerweile zehn Jahren zwischen April und Oktober Ausfahrten an.

Die Chancen, Wale auf Island zu sehen, liegen nach Angaben der Anbieter bei 98 Prozent. Allerdings haben Walbeobachtungstouren in Island einen etwas bitteren Beigeschmack. Seit 2006 wird in Island nämlich wieder kommerzieller Walfang von Zwerg- und Finnwalen betrieben. Einer der wichtigsten Absatzmärkte Islands ist übrigens die EU.    

Wale bei Portugal

Portugal kann zwei lohneswerte Ziele für Walbeobachter für sich verbuchen. Zum einen ist dies die Insel Madeira, die zwischen den Azoren und den Kanarischen Inseln liegt. In den Gewässern um Madeira kommen rund 20 verschiedene Walarten vor. Pottwale und Delfine sind hier das ganze Jahr über zu Hause, im Frühling und im Herbst sind außerdem Blauwale zu sehen. Bis 1981 wurde auf Madeira kommerzieller Walfang betrieben, der dann mit dem Unterschreiben des Washingtoner Abkommens sein Ende fand.

Seit 1986 ist das Gebiet 200 Seemeilen um Madeira ein Nationalpark, in dem Wale und Robben unter Schutz stehen. Mittlerweile ist die Walbeobachtung auf Madeira ein größerer Wirtschaftsfaktor, als es der Walfang jemals war. Insofern hat sich der Walbeobachtungstourismus hier als ideale Lösung für alle Seiten erwiesen.

Das zweite portugiesische Ziel sind die Azoren. Hierhin lohnt sich die Reise vor allem im Frühling, denn mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent können dann große Wale beobachtet werden. Zu diesen Walen gehören unter anderem Blau-, Finn-, Buckel-, Sei-, Pott- und Zwergwale, die auf ihrem Weg in die Arktis die Gewässer rund um die Azoren passieren.  

Wale bei Schottland

In Schottland gibt es eine ganze Reihe von Orten, die sich ideal für die Walbeobachtung eignen. Hierzu gehört beispielsweise Moray Firth, nordöstlich von Inverness. In diesem Meeresarm der schottischen Nordseeküste lebt eine Gruppe von etwa 130 Großen Tümmlern, die mit einer Länge von bis zu vier Metern größer sind als ihre Artgenossen weltweit.

Außerdem können hier mit etwas Glück auch andere Wale wie Zwerg- oder Schweinswale und mit Sommer manchmal auch Buckelwale, Orcas sowie Sei-, Pott- und Finnwale gesichtet werden. Gleiches gilt für Chanonry Point und North Kessock.

Ebenfalls sichtungssichere Ziele für Walbeobachtungen sind die Klippen von Sumburgh Head an der Südspitze der Shetlandinseln, das Seegebiet vor der Insel Mull an der schottischen Ostküste und North Minch, eine Meeresenge im Nordwesten von Schottland.  

Wale bei Spanien

In Spanien gibt es mit den Kanarischen Inseln Teneriffa und La Gomera sowie der Straße von Gibraltar gleich drei lohnenswerte Ziele für diejenigen, die Wale beobachten möchten. Teneriffa gehört mit über einer Million Walbeobachtern jährlich zu den bedeutsamsten europäischen Zielen für die Walbeobachtung. Der große Ansturm ist auch durchaus nachvollziehbar, denn vor der Südküste Teneriffas ist unter anderem eine Population aus rund 500 Indischen Grindwalen zu Hause.

Dies ist weltweit einzigartig. Aber auch Große Tümmler können das ganze Jahr über beobachtet werden und zu bestimmten Zeiten kommen Pottwale, Zwergwale, Schnabelwale und mehrere Delfinarten zum Fressen vorbei. Insgesamt sind in den Gewässern rund um die Kanarischen Inseln bislang 28 verschiedene Walarten aufgetaucht.

Walbeobachtungstouren auf Teneriffa werden an unterschiedlichen Orten und mit verschiedenen Booten angeboten, angefangen beim Katamaran mit Glasboden bis hin zum Shogun, einem arabischen Segelboot mit zwei Masten. Neben Teneriffa gehört auch La Gomera zu den europäischen Hotspots in Sachen Walbeobachtung.

Das klare Wasser und das reiche Nahrungsangebot tragen dazu bei, dass sich viele Walarten hier das ganze Jahr über wohlfühlen, fast schon garantiert ist eine Walsichtung aber im Frühjahr. Insgesamt tauchen um La Gomera etwa 20 verschiedene Walarten auf, darunter Grindwale, Delfine und einige bislang noch wenig erforschte Walarten. Die meisten Touren werden von Vueltas, dem Hafenviertel von Valle Gran Rey aus angeboten.

Die Straße von Gibraltar ist an der schmalsten Stelle gerade einmal 14 Kilometer breit. Die Strömungen, die Wassertiefe und das vermischte Wasser aus Atlantik und Mittelmeer führen zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot für Wale und Delfine.

Vor allem Delfine sind hier das ganze Jahr über zu sehen, im Sommer passieren außerdem auch Grindwale, Pottwale, Finnwale sowie Orcas die Meeresenge. Die Chance, Walen auf einer Tour zu begegnen, liegt nach Aussagen der Anbieter bei weit über 90 Prozent.

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