Kanupolo im Portrait

Kanupolo im Portrait 

Kanupolo hat in den vergangenen Jahren einen echten Aufschwung erlebt und die Beliebtheit der Mannschaftsportart nimmt weiter zu. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile über 100 Vereine, die Kanupolo spielen, und auch an vielen Schulen und Hochschulen ist Kanupolo ein fester Bestandteil des Sportprogramms geworden.

Grund genug, den Sport einmal näher vorzustellen. 

 

Hier also Kanupolo im Portrait: 

Kanupolo – das Spiel und die Regeln

Kanupolo ist eine Mannschaftsportart, bei der es darum geht, den Ball möglichst oft ins gegnerische Tor zu bringen. Hat der Ball die Torbegrenzung vollständig überquert, hat die jeweilige Mannschaft ein Tor erzielt. Dabei darf der Ball sowohl mit dem Paddel als auch mit der Hand gespielt werden.

Allerdings muss die Ballabgabe innerhalb von fünf Sekunden erfolgen oder der Ball muss mehr als einen Meter in horizontaler Richtung vom Körper weggespielt werden. Körperkontakte in jeglicher Form sind verboten und jedes gefährliche Spiel wird als Foul gewertet und abgepfiffen.

Eine Ausnahme gilt lediglich für den Spieler, der gerade den Ball kontrolliert. Ihn darf ein Spieler der Gegenmannschaft an der Schulter oder an der Seite schubsen, um so ein Kentern zu erreichen. Im 6-Meter-Raum vor ihrem Tor dürfen die Spieler ihre Gegner außerdem mit dem Boot wegschieben. Mit Ausnahme von Kämpfen um den Ball ist es außerhalb dieses Raums ansonsten verboten, sein Kajak zu verwenden, um einen Gegenspieler zu schieben oder zu blockieren. Eine Sonderstellung nimmt der gegnerische Torwart ein.

Solange der Spieler der angreifenden Mannschaft im Ballbesitz ist, darf der verteidigende Torwart nicht berührt, behindert oder anderweitig angegriffen werden.Verlässt der Ball das Spielfeld, folgt ein indirekter Freiwurf, während es nach einem Foul immer mit einem direkten Freiwurf weitergeht. Regelverstöße, die ein nahezu sicheres Tor verhindert haben, werden mit einem Penalty geahndet. Ein solcher Strafwurf wird ausgeführt, indem ein Spieler aus sechs Metern Entfernung auf das gegnerische Tor wirft.

Das Tor wird in diesem Fall nicht von einem Torwart verteidigt. Die übrigen Spieler beider Mannschaften warten währenddessen in der anderen Spielfeldhälfte und dürfen erst eingreifen, nachdem das Spiel wieder angepfiffen wurde. Als weitere Strafen gibt es im Kanupolo drei verschiedene Karten.

Eine grüne Karte ist eine Verwarnung, eine gelbe Karte bedeutet einen zweiminütigen Platzverweis. Sieht ein Spieler die rote Karte, muss er das Spielfeld bis zum Spielende verlassen, ist für ein weiteres Spiel gesperrt und muss gegebenenfalls mit weiteren Konsequenzen rechnen. Ein Spiel dauert 20 Minuten, aufgeteilt in zwei Halbzeiten zu je zehn Minuten und mit einer dreiminütigen Pause dazwischen.

Die Mannschaft, die mehr Tore erzielt hat, hat gewonnen. Handelt es sich um ein Entscheidungsspiel und steht es am Ende der regulären Spielzeit unentschieden, folgt eine Verlängerung über drei Minuten.

Bei einer Verlängerung gilt die sogenannte Golden Goal-Regel. Ist auch in der Verlängerung kein Tor gefallen, werden weitere Verlängerungen gespielt, bis ein Sieger feststeht. Alternativ ist möglich, den Sieger durch ein Penaltywerfen zu ermitteln. Anders als bei einem Penalty als Strafstoß nach einem Foul werfen die Spieler dabei von der 4,5-Meter-Linie aus und der Torwart steht im Tor.

Die Spielleitung übernehmen zwei Schiedsrichter, die von zwei Linienrichtern, zwei Zeitnehmern und einem Protokollführer unterstützt werden. Vor dem Spiel überprüft außerdem ein Bootsprüfer die Ausstattung.   

Kanupolo – die Mannschaften

Beim Kanupolo treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Dabei besteht eine Mannschaft aus maximal acht Spielern, von denen sich fünf Spieler auf dem Feld befinden. Die drei übrigen Spieler sind Auswechselspieler. Wechsel sind jederzeit und beliebig oft möglich. Beim Kanupolo gibt es keinen festen Torwart, sondern es wird mit fliegendem Torwart gespielt.

Jeweils der Feldspieler, der dem Tor am nächsten ist, übernimmt die Funktion des Torwarts.

Damit er als Torwart anerkannt wird und als solcher vor Angriffen geschützt ist, muss sich das Heck seines Bootes aber unter dem Tor befinden. Bei einem Angriff ist die gegnerische Mannschaft durch den fliegenden Torwart somit immer in der Überzahl. Ansonsten ist die Taktik beim Kanupolo mit der Spielweise beim Wasser-, Hand- oder Basketball vergleichbar.  

Kanupolo – das Spielfeld und die Ausrüstung

Kanupolo wird auf stillen Gewässern ausgeübt. Normalerweise ist das Spielfeld 23 x 35 Meter groß, in Hallenbädern kann aber auch auf einem kleineren Feld gespielt werden. Die Einteilung des Spielfelds erfolgt mithilfe von Schwimmleinen, Markierungen am Spielfeldrand zeigen die 6-Meter-Zone, die Spielfeldmitte und die 4,5-Meter-Position für das Penaltywerfen an. Die beiden Tore, die 1 x 1,5 Meter groß sind, sind mittig an den kurzen Zeiten in zwei Metern Höhe angebracht.  

Die Spieler sitzen in Kanupolobooten, bei denen es sind um kleine, wendige und stabile Einerkajaks in einer speziellen Ausführung handelt. Die Polopaddel sind etwas robuster als normale Paddel und bestehen meist aus Faserverbundwerkstoffen. Dadurch sind die Paddel leicht, brechen aber auch bei hart geschlagenen Bällen nicht so schnell. Für einen dichten Abschluss des Bootes sorgt eine Spritzdecke aus Neopren.

Zur Schutzausrüstung der Spieler gehört außerdem eine Schwimmweste und ein Helm mit einem Gitter. Als Spielgerät kommt ein gelber Nylonball zum Einsatz, der in der gleichen Form auch beim Wasserball verwendet wird. Je nachdem, ob eine Damen- oder eine Herrenmannschaft spielt, ist der Ball dabei unterschiedlich groß und schwer.  

Kanupolo – die Wettkämpfe

Beim Kanupolo werden keine einzelnen Spiele ausgetragen, sondern Wettbewerbe finden immer als Turniere statt. Üblicherweise bestreiten Vereine viele Turniere pro Jahr an und treten dabei auch in mehreren Leistungsklassen an.

So gibt es beim Kanupolo Herren-, Damen-, Schüler-, Jugend- und Juniorklassen, häufig wird zudem Mixed, also mit Mannschaften aus Frauen und Männern, gespielt. Neben Verbands-, Spaß- und Hochschulturnieren werden beim Kanupolo die Damen- und Herrenbundesliga ausgespielt und einmal im Jahr die Deutsche Meisterschaft ausgetragen.

Seit 1993 gibt es zudem Europa- und Weltmeisterschaften, wobei Europameisterschaften immer in ungeraden Jahren und Weltmeisterschaften in den geraden Jahren stattfinden.

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