Europäische Wasserstrassen für Hobby-Kapitäne

Die schönsten europäischen Wasserstraßen für Hobby-Kapitäne 

Für viele gehört Wasser zum Urlaub irgendwie dazu. Immer mehr begnügen sich aber nicht damit, gemütlich am Strand zu liegen, ein wenig zu schwimmen und ein paar Mal schorcheln, tauchen oder surfen zu gehen.

Stattdessen verbringen sie den gesamten Urlaub zu Wasser, auf dem eigenen oder einem gemieteten Boot.

Gerade Hobby-Kapitäne, die noch nicht allzu viel Erfahrung haben, möchten allerdings oft nicht gleich aufs offene Meer hinausschippern, sondern entscheiden sich lieber für einen Kanal oder einen Fluss als Urlaubsrevier.

Von solchen Revieren hat Europa viele zu bieten und einige der schönsten europäischen Wasserstraßen für Hobby-Kapitäne stellt die folgende Übersicht vor. Bevor die Tour beginnt, sollte sich der Skipper jedoch immer über die geltenden Schifffahrtsregeln informieren, denn diese können je nach Land und sogar Revier unterschiedlich ausfallen.   

Deutschland, die Mecklenburgische Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte gehört zu den größten Wassersportrevieren in Deutschland und beheimatet mit dem großen Müritzsee den größten See in der Bundesrepublik. Rund um diesen See verteilen sich aber noch mehr als 1.000 weitere Seen, so dass es für Hobby-Kapitäne jede Menge zu entdecken gibt. Im Unterschied zu vielen anderen Revieren darf ein Hausboot hier übrigens auch ohne Führerschein gelenkt werden, es sei denn, die Tour soll in Richtung Berlin und Potsdam gehen. Interessant ist die Mecklenburgische Seenplatte auch für diejenigen, die gerne gut essen.

Auf der Tour ist es möglich, immer mal wieder in der Nähe von einem der vielen Gasthäuser anzulegen, die fangfrische Fische wie Wels oder Zander nach traditionellen Rezepten zubereitet servieren.

Wer möchte, kann von der Seenplatte aus bis an die Elbe schippern, in einer anderen Richtung geht es bis an die Oder. Bei dieser Tour passiert der Hobby-Kapitän dann auch das Schiffshebewerk Niederfinow, das die Boote 36 Meter in die Höhe hebt.   

England, die Norfolk Broads

Die Norfolk Broads bieten ein praktisch tidefreies, 300 Kilometer Fluss- und Seensystem ohne Schleusen, umrahmt von Sumpflandschaften und Wäldern, das Kenner liebevoll auch das europäische Florida nennen. Entstanden sind die Nordfolk Broads im Mittelalter, als Torfstecher hier Torf als Brennstoff abbauten.

In den Sommermonaten wird es durch die Nähe der englischen Grafschaft zu London hier aber recht voll. Die beste Zeit für eine Tour ist daher die Vor- oder die Nachsaison und in diesen Zeiten können Bootstouristen den ländlichen, idyllischen Lebensstil genießen.

Ein beliebtes Ziel ist dabei der kleine Ort Hornig mit seinen strohgedeckten Häusern, in denen im Hafen das eine oder andere gemütliche Pub untergebracht ist. Sehenswert sind aber auch Norwich mit seiner imposanten Kathedrale und das Seebad Great Yarmouth.    

Frankreich, der Canal du Midi

Der über 700 Kilometer lange Kanal, der über Bordeaux und Toulouse führt und den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet, gehört zu den ältesten europäischen Wasserstraßen. Der Canal du Midi ist dabei der 240 Kilometer lange Abschnitt ab Toulouse.

Nachdem das Revier jedes Jahr tausende Bootstouristen anlockt, haben sich in den vielen Häfen zahlreiche Stützpunkte niedergelassen, bei denen Boote verschiedenster Größe und Ausstattung gemietet werden können. Interessant für Hobby-Kapitäne ist die Regelung, dass beim Befahren des Kanals mit einem gemieteten Boot kein Führerschein erforderlich ist, beim Befahren mit dem eigenen Boot hingegen schon. Wer eine Reise in diesem Revier plant, sollte Schleusen mögen, denn immerhin verteilen sich 158 Staustufen über die gesamte Strecke. Ein besonderes Highlight dabei ist die Rundschleuse von Agde.

Hier werden die Boote um bis zu 90 Grad gedreht, so dass sie dann in den Nebenkanal einfahren können, der durch die Stadt und anschließend in den Fluss Hérault verläuft.    

Irland, der Lough Erne

Die Reise durch dieses etwa 80 Kilometer lange Fluss- und Seensystem führt durch zwei Staaten. Während der größere, nördliche Teil nämlich zu Nordirland und damit zu Großbritannien gehört, ist der kleinere, südliche Abschnitt Teil der Republik Irland.

Das Zentrum des Wasserreviers bildet die Stadt Enniskillen, die sich an der Engstelle befindet, die den Lower und den Upper Lough Erne voneinander trennt. In der Stadt sind die meisten Bootsverleihe angesiedelt, aber auch die Stadt selbst hat einiges zu bieten. So kann hier beispielsweise die Burg besichtigt oder über den sogenannten Buttermarkt gebummelt werden.

Beliebtes Souvenir sind die regionalen Töpferwaren. Die beiden Seen sind recht unterschiedlich. Während der nördliche Lower Lough Erne eine große und weite Wasserfläche mit vielen kleinen Inseln bietet, ist der Upper Lough Erne im Süden recht zerklüftet und wirkt durch die vielen Inseln und Buchten fast schon wie ein Fluss. Von hier aus führt eine Wasserstraße übrigens zu einem weiteren sehr attraktiven Bootsparadies, nämlich nach Shannon.  

Italien, die Lagune von Venedig

Wenn von der Lagune von Venedig die Rede ist, denken die meisten sofort an die Rialtobrücke, den Markusplatz und den Canale Grande. Aber die 550 Quadratkilometer große Lagune hat auf ihren etwa 130 Kilometer Wasserwegen einiges mehr zu bieten als nur die berühmte Stadt.

So warten beispielsweise die für ihre Glaskunst bekannte Insel Murano, die Insel Burano mit ihren farbenfrohen Häusern, die Gemüseinsel Sant Ersamo, das winzige Eiland San Francesco del Deserto, das ein Franziskanerkloster beherbergt, oder die verlassene Insel Torcelle darauf, erkundet zu werden.

Wer ein Boot mieten möchte, ist in dem beschaulichen Hafen von Chioggia bestens aufgehoben. Hier stehen Boote zur Verfügung, die durch den geringen Tiefgang und das gemächliche Tempo optimal für das Befahren der Lagune als Hobby-Kapitän ausgelegt sind.  

Schweden, der Dalsland-Kanal

Die malerische, unberührte Landschaft mit den romantischen rot-weißen Häusern hat schon so manchen dazu verleitet, das Wasserrevier im Westen Schwedens als den schönsten Kanal der Welt zu bezeichnen. Der Name Kanal ist allerdings ein wenig irreführend, denn bei dem Revier handelt es sich um ein Seensystem, das sich über rund 250 Kilometer erstreckt.

Auf dem Weg zum Töcken, dem am höchsten gelegenen See, gilt es, insgesamt 29 Schleusen zu passieren. Durch den Dalsland-Kanal sollten einst die Provinzen Dalsland und Südvärmland erschlossen werden. In diesem Zuge wurden Waren des täglichen Bedarfs über die Wasserstraßen in die waldreiche Gegend gebracht, während die Sägemühlen und Hammerwerke aus der Gegend ebenfalls das Wasser als Transport- und Lieferweg für ihre Erzeugnisse nutzten.

Heute ist das Revier ein beliebtes Ziel von Hobby-Kapitänen und Kanuten. Die meisten bringen ihre eigenen Wasserfahrzeuge mit, aber es gibt auch einige Stützpunkte, die Mietboote zur Verfügung stellen.

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