Umweltverträgliches Tauchen – Infos und Verhaltensregeln

Umweltverträgliches Tauchen – Infos und Verhaltensregeln

Unter der Wasseroberfläche eröffnet sich eine beeindruckend schöne, bunte, lebendige und zugleich faszinierend geheimnisvolle Welt. Kein Wunder, dass viele diese Unterwasserwelt mit all ihren Bewohnern hautnah erleben möchten.

War das Tauchen früher eine exklusive Randsportart, hat es sich inzwischen längst zum massentauglichen Breitensport entwickelt. Jedes Jahr reisen unzählige Tauchtouristen zu den Hotspots der Tauchgebiete und selbst der Durchschnittsurlauber kann sich für einen Tauchkurs während des Urlaubs begeistern. Doch der Tauchtourismus bleibt nicht ohne Folgen.

Natürlich müssen das Tauchen und der Schutz der Natur nicht zwangsläufig und automatisch ein Widerspruch sein. Aber damit die natürlichen Lebensräume unter Wasser erhalten bleiben, führt kein Weg an einem umsichtigen und respektvollen Umgang mit der Unterwasserwelt vorbei.

 

Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Infos und Verhaltensregeln
zum Stichwort “Umweltverträgliches Tauchen” zusammen:

 

Der Tauchtourismus und seine Folgen

Natürlich bleibt es nicht ohne Nebenwirkungen und Folgen, wenn sich ständig viele Besucher auf den Weg machen, um die Welt unter der Wasseroberfläche zu erkunden. Dies fängt schon mit den Booten an, die die Taucher zu den Tauchspots bringen. Oft ankern die Tauchboote direkt oder zumindest möglichst nah an den Riffen. Die schweren Ankerketten können jedoch die Korallen beschädigen und undichte Tanks den Riffen zusätzlich zu schaffen machen.

Um Tauchtouristen möglichst viele Highlights zu bieten und Begegnungen mit Meeresbewohnern zu ermöglichen, werden die Fische gerne mit Brot, Fleisch und anderen Lebensmitteln angelockt. Doch wenn diese Lebensmittel eigentlich nicht auf der üblichen Speisekarte der Meerestiere stehen, können sie durch den Verzehr anfälliger für Krankheiten werden.

Zu einem echten Problem kann auch werden, dass so mancher Taucher die Unterwasserwelt für einen Andenkenladen hält und sich als Souvenir vom Tauchgang Muscheln, Schnecken oder ein Stück Koralle mitnimmt. Nicht zu vergessen ist außerdem der Müll. An einigen Stellen gibt es zwar Abfallbeseitigungssysteme, doch weit häufiger wird der Müll einfach im Meer entsorgt.

Plastiktüten können sich aber auf Korallenbänke legen und so die Sauerstoffzufuhr unterbrechen. Die Folge davon ist, dass die Korallen ersticken. Scharfkantige Gegenstände wiederum können Wunden und Entzündungen zur Folge haben. Hinzu kommt, dass die Meeresbewohner den Müll mitunter mit Nahrung verwechseln, fressen und letztlich eingehen.

Meerwasserentsalzungsanlagen können den Riffen ebenfalls zu schaffen machen. Die Anlagen sind notwendig, damit die Urlauber in den Hotels duschen, sich mit frisch gewaschenen Handtüchern abtrocknen, in frisch bezogenen Betten schlafen, an hübsch eingedeckten Tischen essen und sich an chicen Gartenanlagen und sattgrünen Rasenflächen erfreuen können. Doch die Salzlauge fließt ins Meer, ebenso wie die oft ungeklärten Abwässer.

 

Schutzmaßnahmen für die Unterwasserwelt

Eigentlich sind Riffe recht stabile Systeme, die sich von Belastungen wie beispielsweise einem schweren Sturm oft gut erholen können. Die Klimaerwärmung, durch die auch die Wassertemperaturen steigen, und die Versauerung der Weltmeere führen aber zu einer Dauerbelastung. Kommen dann noch die Auswirkungen des Tauchtourismus dazu, kann es kritisch werden.

Schon jetzt sind etwa zehn Prozent aller Riffe abgestorben. Experten gehen davon aus, dass der Zustand von etwa einem Drittel aller Riffe so kritisch ist, dass sie die kommenden Jahre nicht überstehen werden. Bis 2050 werden vermutlich weitere 30 Prozent der Riffe unwiederbringlich geschädigt sein.

Damit die Lebensräume in und unter Wasser erhalten bleiben, haben die Staaten, die die Convention of Biological Diversity (zu Deutsch: Übereinkommen über die biologische Vielfalt) unterschrieben haben, beschlossen, bis zum Jahre 2020 zehn Prozent der gesamten Meeresoberfläche als Schutzgebiet auszuweisen.

In Deutschland steht schon jetzt fast die Hälfte der deutschen Meeresfläche unter Schutz. Die Meeresschutzgebiete sollen einen Raum bilden, in den sich Tier- und Pflanzenarten zurückziehen und in dem sie sich erholen können. Aus diesem Grund sind in den Schutzgebieten nur bestimmte Aktivitäten erlaubt. Wie genau die Schutzmaßnahmen aussehen, ist aber von Gebiet zu Gebiet verschieden.

So gibt es Schutzgebiete, in denen die Fischfangmethoden eingeschränkt sind, in anderen Schutzgebieten darf überhaupt kein Fischfang betrieben werden. Außerdem gibt es Schutzzonen, die für den Menschen komplett tabu sind. Hier darf weder geschwommen, getaucht und geangelt werden noch dürfen Schiffe und Boote hier verkehren.

2011 ging ein kleiner Aufschrei durch die Tauchszene, als die thailändische Regierung ankündigte, zehn beliebte Tauchgebiete zu sperren. Die Schließung war als Schutzmaßnahme für die Korallenbänke gedacht und sollte ihnen Zeit geben, um sich zu regenerieren. Schon früher hatte die thailändische Umweltbehörde beliebte Tauchspots zeitweise gesperrt. Ob und wie sinnvoll es ist, Tauchgebiete vorübergehend oder komplett zu schließen, wird kontrovers diskutiert. 

Das eine Lager befürwortet einen solchen Schritt, denn gerade beschädigte Korallenriffe und Laichplätze müssten geschützt werden. Ohne klare Maßnahmen ließe sich der Naturschutz aber letztlich kaum umsetzen. Das andere Lager kritisiert die Sperrung von Tauchgebieten. Hier lautet das Hauptargument, dass Tauchtouristen gerade beschädigte und schützenswerte Gebiete sehen müssten. Andernfalls könne sich kein Verständnis für Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln entwickeln.

Umweltverträgliches Tauchen: die Verhaltensregeln


Im Grunde genommen lassen sich die Verhaltensregeln, die jedem verantwortungsbewussten Taucher in Fleisch und Blut übergehen sollten, auf eine ganz einfache Formel bringen:

Nichts anfassen. Nichts beschädigen. Nichts mitnehmen.

In vielen Tauschulen ist das Thema Natur- und Umweltschutz inzwischen ein fester Bestandteil der theoretischen Tauchausbildung. Die Tauschschüler werden zudem konkret darin eingewiesen, wie sie sich unter Wasser richtig verhalten. Hierzu gehört beispielsweise, nicht so nah am Meeresboden entlang zu gleiten, dass der Sand durch die Flossen aufgewirbelt wird.

Auch ein Hinsetzen oder Stellen auf eine Korallenbank, um ein schönes Erinnerungsfoto zu schießen, gehört zu den Tabus, ebenso wie das Anfassen von Fischen oder das Einsammeln von Muscheln und Schnecken. Der Verband Deutscher Sporttaucher geht noch einen Schritt weiter. So hat der Verband nicht nur Leitlinien für den umweltbewussten Tauchsport erarbeitet, sondern schlägt Spezialkurse vor.

Dadurch soll der Taucher in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zum Umweltschutz beizutragen, indem er beispielsweise Behörden oder Umweltexperten über Veränderungen, die ihm aufgefallen sind, informiert. Auch das Bundesamt für Naturschutz teilt die Auffassung, dass die Zusammenarbeit mit entsprechend geschulten Unterwassersportlern eine echte Chance für den Umwelt- und Naturschutz sein kann.

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