Unbekannte Inseln in Europa

Einige der interessantesten, aber so gut wie unbekannten Inseln in Europa 

Wenn von Inseln in Europa die Rede ist, denken die meisten an bekannte Urlaubsziele wie Sylt, Mallorca, Ibiza, Korsika oder Rhodos. Aber Europa hat weit mehr Trauminseln zu bieten und oft sind es gerade die kaum bekannten Ziele, die für unvergessliche Urlaubserlebnisse sorgen. Ein solches Beispiel war die Insel Giglio vor der italienischen Küste. 

Nur wenige kannten das Urlaubsparadies, bis im Januar 2012 das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf einen Felsen lief. Seitdem zieht es Massen von Schaulustigen auf die Insel und mit der paradiesischen, idyllischen Ruhe ist es erst einmal vorbei. Giglio ist allerdings nur ein Beispiel und es gibt noch immer Inseln in Europa, die kaum jemand kennt und die somit noch echte Geheimtipps sind. 

Einige der interessantesten, aber so gut wie unbekannten Inseln in Europa stellt die folgende Übersicht vor: 

Estland – die Insel Hiiumaa

Hiiumaa liegt in der nördlichen Ostsee, gehört zu den Moonsund-Inseln und ist Estlands zweitgrößte Insel. Auf dem Eiland geht es ruhig, beschaulich und volkstümlich zu. Mit 4.000 Einwohnern ist Kärdla der größte Ort auf der Insel und hier gibt es auch eine Touristen-Information.

Wer zu Gast auf der Insel ist, sollte auf jeden Fall den Kreuzberg besuchen. Hier ist es Tradition, ein Kreuz zu basteln und auf diese Weise der Schweden zu gedenken, die 1871 zur Auswanderung gezwungen wurden. Die Insel selbst lässt sich am besten per Fahrrad oder zu Fuß erkunden.

Neben Leuchttürmen, Herrenhäusern, Kultstätten und idyllischen Traumständen werden Gäste immer wieder auch auf riesige Findlinge stoßen, denen bis heute eine mystische Bedeutung attestiert wird.

Ansonsten ist die Insel reich an Natur, denn große Teile der Insel bestehen aus dichten Kiefer- und Laubwäldern, in denen zahllose Vogelarten sowie Marder und Luchse leben. Ein besonderes Highlight sind aber auch die Bewohner selbst, die überaus fröhlich und humorvoll sind und einen Dialekt sprechen, den selbst Esten kaum verstehen. 

Finnland – die Insel Åland

Åland besteht aus rund 6.700 Inseln und Schären und ist eine ganz besondere Inselgruppe in der nördlichen Ostsee. So gehört die Inselgruppe zwar zu Finnland, gesprochen wird offiziell aber schwedisch und weil Åland eine autonome Provinz ist, haben die Inseln ihr eigenes Parlament, ihre eigene Flagge und ihre eigenen Briefmarken.

Obwohl Åland zur EU gehört, können Reisende von Schweden und Finnland auf Åland steuerfrei einkaufen und dabei sowohl mit dem Euro als auch mit Schwedischen Kronen bezahlen. Die Hauptinsel, auf der rund 90 Prozent der Ålander leben, ist Fasta Åland und hier befindet sich auch die Hauptstadt Mariehamn.

Im Hafen der Hauptstadt legen die großen Kreuzfahrtschiffe an, weshalb meistens recht viel los ist.

Nur wenige Kilometer weiter beginnt aber schon das Naturparadies mit seinen prächtig blühenden Wildblumen und den rot leuchtenden Felsen, umrahmt vom Blick aufs Meer. Ein besonderes Highlight ist das Mittsommerfest, das jedes Jahr an dem Freitag zwischen dem 19. und dem 25. Juni gefeiert wird.

Bei dem Fest feiern Freunde und Familie fröhlich miteinander, die Mädchen tragen Kränze aus Wiesenblumen und serviert werden Lachs, Hering, Knäcke- oder Schwarzbrot, Erdbeertorte und kalter Schnaps. Generell wird auf Åland übrigens viel Fisch gegessen, denn in den Gewässern um die Inseln sind unter anderem Lachs, Barsch, Hecht, Meerforelle und Zander zu Hause. Für Angler ist Åland somit ein echtes Paradies.   

Frankreich, die Île de Cavallo

Die Île de Cavallo gehört zur Inselgruppe Lavezzi und liegt im Mittelmeer zwischen Korsika und Sardinien. Über viele Jahrhunderte war das Archipel unbewohnt, 1982 wurde es dann zum Naturschutzgebiet erklärt.

Smaragdgrünes Wasser, Strände mit feinstem, weißen Sand, bizarre Felsformationen, seltene Fische und herrlich duftende Wildkräuter lassen die Inseln zu einem echten Paradies werden. Zutritt ist jedoch nur auf die Inseln Île Lavezzi, Piana, Ratino, Poraggia und Perduto gestattet, die Île de Cavallo ist die einzige bewohnte Insel. Dabei sind die meisten Bewohner millionen- oder sogar milliardenschwere Prominente aus Industrie und Showbiz.

Traurige Schlagzeilen machte die Insel 1978. Seinerzeit schoss der Savoyen-Prinz Victor Emanuel, Sohn des letzten Königs von Italien, den Sohn des Wunderheilers Ryke Geerd Hamer an, der später den Schussverletzungen auch erlag. Seinen Charme, die besondere Ausstrahlung und die Exklusivität konnte sich die Insel aber bis heute bewahren.  

Griechenland – die Insel Kastelorizo

Die gerade einmal neun Quadratkilometer große Insel Kastelorizo liegt in der östlichen Ägäis, rund 120 Kilometer östlich von Rhodos und nur drei Kilometer vom türkischen Festland entfernt. Damit ist die Insel Griechenlands östlichste Gemeinde.

Kastelorizo ist ein echter Geheimtipp für diejenigen, die Ruhe suchen und in herrlich einsamen Buchten ausspannen möchten, aber auch für Wanderer hat die Insel einiges zu bieten. Der Hauptort auf der Insel heißt Megisti und ist gleichzeitig der einzige Ort, in dem es ein paar kleine Pensionen für Gäste gibt.

Im malerisch gelegenen Hafen bieten Restaurants allerlei Köstlichkeiten an. Zu den Highlights der Insel gehört die Parasta-Höhle, die auch die Blaue Grotte genannt wird, weil die Decke und die Wände durch Reflektionen bei Sonnenschein blau leuchten. Naturfreunde können außerdem große Schildkröten und Robben beobachten, die sich rund um Kastelorizo sichtlich wohlfühlen.  

Großbritannien – die Isle of Mull

Wer die Langsamkeit ganz neu entdecken möchte und eine Möglichkeit sucht, um seinen Alltag zu entschleunigen, ist auf der größten Insel der Inneren Hebriden bestens aufgehoben. Die Isle of Mull liegt vor der schottischen Westküste und zählt gerade einmal 2.500 Einwohner.

Die Straßen auf der Insel sind so eng, dass es kaum möglich ist, schneller zu fahren als 40 Stundenkilometer. Auf einer Inselrundfahrt gibt es allerdings Interessantes zu entdecken.

Sehenswert sind beispielsweise Torosay, ein Mansion House aus viktorianisches Zeiten, oder das Duart Castle und auch der idyllische Ort Tobermory mit seinen bunten Häusern am Hafen ist einen Besuch wert. Für etwas Abenteuer sorgen Bootsausflüge, bei denen die Inselwelt erkundet und mit etwas Glück Wale, Delfine und auch Haie beobachtet werden können. Wer sich abends dann vollends entspannen möchte, kann dies bei einem Scotch aus der Whiskybrennerei, die 1798 auf der Insel gegründet wurde, tun. 

Kroatien – die Insel Brijuni

Der Nationalpark Brijuni, ein Archipel aus 14 Inseln in der Adria, wurde 1883 erschlossen. Zwischen 1918 und 1943 gehörten die Inseln zu Italien und waren nicht zuletzt wegen der Golf- und Poloplätze ein beliebtes Ziel von Sportlern und Prominenten.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gingen die Inseln dann an Jugoslawien. Staatschef Tito erklärte die Inseln zu seinem Sommersitz, verbot dem normalen Volk den Zutritt und empfang stattdessen zwischen 1954 und 1979 Politiker und Stars mit Rang und Namen. Erst seit Mitte der 1980er-Jahre können die Hauptinsel Veliki Brijun und mittlerweile auch die Insel Mali Brijun wieder besucht werden.

Trotz ihrer bewegten Geschichte sind die Insel wahre Naturparadiese geblieben und haben Gästen einiges zu bieten. So können beispielsweise Reste einer römischen Villa, eine gotische Kirche oder ein  Kastell aus dem 16. Jahrhundert besichtigt werden.

Einen Besuch wert ist aber auch der Safaripark, in dem neben Zebras, Elefanten, Lamas, Rindern, einem Dromedar und Schafen auch Titos Gelbhaubenkakadu lebt. Unterkünfte gibt es übrigens nur auf der Hauptinsel in Form von zwei einfacheren Hotels und einigen etwas komfortableren Villen. Bemühungen, größere Hotelanlagen und Luxushotels auf den Inseln zu errichten, blieben bislang (glücklicherweise) erfolglos.

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