Wie Kinder schwimmen lernen – Infos und Tipps

Wie Kinder schwimmen lernen – Infos und Tipps

Ob ein Urlaub am Meer, der heimische See, ein Schwimmbad oder der Pool im eigenen Garten: In der warmen Jahreszeit zieht es viele Familien ans Wasser. Doch damit es dann nicht zu tragischen Schwimmunfällen kommt, sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder rechtzeitig schwimmen lernen.

Wie Kinder schwimmen lernen - Infos und Tipps

Warum und ab wann Kinder schwimmen lernen sollten

Einerseits zieht Wasser viele Kinder magisch an. Andererseits können sie die Gefahren, die das kühle Nass birgt, oft noch nicht richtig einschätzen. Kann ein Kind nicht schwimmen, verliert es im Wasser schnell die Orientierung und geht einfach unter. Dabei muss das Wasser noch nicht einmal besonders tief sein. Selbst in einem flachen Gewässer kann ein Kind ertrinken, wenn es nicht strampelt.

Experten warnen, dass mehr als die Hälfte der Kinder im Grundschulalter keine sicheren Schwimmer sind. Das liegt sicher auch daran, dass es an vielen Schulen keinen Schwimmunterricht mehr gibt, weil oft einfach kein Schwimmbad verfügbar ist. Umso wichtiger ist deshalb, dass die Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder frühzeitig schwimmen lernen.

Neben dem Sicherheitsaspekt geht es beim Schwimmen aber auch um den Spaß. Außerdem fördert das Schwimmen die Gesundheit der Kinder und schult ihre Koordination. Das richtige Alter für Schwimmunterricht haben Kinder meist mit dem fünften oder sechsten Lebensjahr. Dann sind sie in ihrer Entwicklung so weit, dass sie die notwendigen Fähigkeiten fürs Brustschwimmen mitbringen.

Natürlich kommt es hier immer auf das Kind an, denn jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo. Generell ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem ersten Schwimmkurs zu beginnen aber, wenn das Kind zwischen fünf und acht Jahre alt ist.

Übrigens:

Ein Baby-Schwimmkurs ist ein schönes und verbindendes Erlebnis für die Eltern und das Baby. Auf die späteren Schwimmfähigkeiten hat so ein Kurs aber keinen Einfluss.

Warum Kinder zunächst die Angst vorm Wasser verlieren sollten

Kinder sollten möglichst früh mit Wasser in Berührung kommen und eine gewisse Begeisterung dafür entwickeln. Denn wenn ein Kind Angst davor hat, dass es Wasser ins Gesicht oder den Mund bekommt, wird es sich beim Schwimmen sehr schwertun.

Am besten ist, wenn die Eltern schon das Baden oder Duschen zu Hause nutzen, um die Neugierde zu wecken. Darf das Kind ausgiebig in der Badewanne plantschen, gewöhnt es sich spielerisch daran, dass Wasser auch mal spritzt.

Später kann das Kind zum Beispiel Mund und Nase unter Wasser halten und durchs Ausatmen Blubberblasen erzeugen. Im Schwimmbad kann sich das Kind an den Beckenrand setzen und in die Arme von Mama oder Papa hüpfen. All das sind kleine Übungen, die dabei helfen, die Scheu abzulegen.

Wichtig ist aber, dass die Eltern keinen Druck ausüben. Nicht jedes Kind ist eine begeisterte Wasserratte. Wenn die Eltern etwas erzwingen wollen, verliert das Kind schnell den Spaß und das Interesse.

Gleichzeitig fühlt es sich nicht nur unwohl im Wasser, sondern entwickelt Ängste. Doch Angst kann lähmen und macht es noch schwerer, in einer Gefahrensituation richtig zu reagieren.

Wie Kinder schwimmen lernen

Beim Schwimmen kommt es auf die Koordination an. Deshalb hat es sich bewährt, wenn die Kinder die Bewegungsabläufe nacheinander lernen. Auch Trockenübungen sind eine gute Idee, um die Bewegungen zu verinnerlichen.

Der schwierigste Teil ist, die richtige Beinarbeit zu lernen. Vielen Kindern hilft es, wenn sie sich anschauen können, wie ein Frosch schwimmt. Hat das Kind dazu zum Beispiel ein Video im Internet gesehen, kann es sich daheim auf den Boden legen und die Bewegung nachahmen.

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Im Schwimmbad kann sich das Kind dann zuerst an den Beckenrand setzen und die Beine wie der Forsch bewegen. Im nächsten Schritt kann sich das Kind aufs Wasser legen, sich mit den Händen am Beckenrand festhalten und die Beinarbeit üben. Beim Schwimmen der ersten Bahnen hilft ein Schwimmbrett.

Klappt die Beinarbeit, können die Hände dazukommen. Hier kann sich das Kind vorstellen, dass es mit beiden Armen einen Halbkreis malt, den des anschließend in der Mitte und gerade nach oben wieder durchschneidet. Die Eltern sollten darauf achten, dass die Finger dabei geschlossen sind.

Die ersten Versuche mit Bein- und Armarbeit können mit Schwimmhilfen wie einer Poolnudel, einem Schwimmkissen oder einem Schwimmgurt erfolgen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Mutter oder der Vater das Kind hält, indem das Kind auf den ausgestreckten Armen liegt.

Aber Achtung:

Schwimmflügel sind kein Mittel, dass dabei hilft, das Schwimmen zu lernen. Schwimmflügel erhöhen lediglich die Sicherheit, weil sie für den Auftrieb sorgen und damit verhindern, dass das Kind untergeht.

Sehr wichtig ist, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Neben den eigentlichen Schwimmübungen sollten Kinder das Wasser deshalb für sich entdecken können. Ruhig auf dem Rücken liegen und sich auf der Wasseroberfläche treiben lassen, Sprünge vom Beckenrand oder kleine Tauchübungen sind Aktivitäten, die auch auf dem Programm stehen sollten.

Denn je wohler sich das Kind im Wasser fühlt und je mehr Bewegungsmöglichkeiten es kennt, desto freier bewegt es sich. Wenn es dann wirklich mal in eine gefährliche Situation kommt, kann es diese Bewegungen ganz automatisch abrufen.

Warum das Schwimmabzeichen in Bronze das Ziel sein muss

Ob die Eltern ihrem Kind das Schwimmen selbst beibringen oder es zu einem Schwimmkurs anmelden, bleibt ihrer Entscheidung überlassen. Ein Schwimmkurs ist zwar oft die bessere Wahl. Denn zum einen kann ein ausgebildeter Schwimmlehrer die Fähigkeiten anders vermitteln.

Außerdem hat er ein geschultes Auge und weiß, worauf es ankommt. Zum anderen sind Kids oft motivierter, wenn sie in einer Gruppe mit anderen Schwimmanfängern lernen. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, wenn die Eltern den Schwimmunterricht selbst übernehmen.

So oder so sollten die Kinder dann allerdings das Jugendschwimmabzeichen in Bronze zum Ziel haben. Dieses Abzeichen hieß früher “Freischwimmer”. Das “Seepferdchen” ist zwar in aller Regel das erste Abzeichen, das Kinder ablegen. Allerdings sagt dieses Abzeichen wenig über die Schwimmfähigkeiten aus.

Das “Seepferdchen” ist eher als Motivation gedacht. Und es bescheinigt lediglich, dass sich das Kind über eine Distanz von 25 Metern über Wasser halten kann.

Erst mit dem Bronze-Abzeichen gilt das Kind als sicherer Schwimmer. Das Kind kann eine kurze Strecke sicher zurücklegen und sich im und unter Wasser orientieren. Außerdem weiß es, wie es sich verhalten muss, wenn es ungewollt ins Wasser fällt.

Und:

Kinder kommen manchmal auf ungewöhnliche Ideen für Wasserspiele. Außerdem sind sie noch nicht in der Lage, Situationen richtig einzuschätzen und Gefahren zu erkennen. Selbst wenn ein Kind gut schwimmen kann, sollten die Eltern deshalb klare Regeln aufstellen und es nicht aus den Augen lassen.

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Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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