Ab welchem Alter können Kinder schwimmen lernen?

Ab welchem Alter können Kinder schwimmen lernen?

Ob im heimischen Pool, im Schwimmbad, in einem See oder im Meer: Im Wasser zu planschen, sorgt für eine herrliche Abkühlung, und das Schwimmen macht viel Spaß. Allerdings kommt es leider auch immer wieder zu tragischen Badeunfällen. Umso wichtiger ist, dass sich Kinder früh ans Wasser gewöhnen. Wenn Kinder schwimmen lernen, geht es aber nicht nur darum, dass sie sich auf der Wasseroberfläche halten und gewisse Strecken im Wasser zurücklegen können.

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Ab welchem Alter können Kinder schwimmen lernen

Mindestens genauso wichtig ist, dass sie sich der Gefahren bewusst werden und lernen, ihre Kraft richtig einzuschätzen. Nur: Ab welchem Alter können Kinder überhaupt schwimmen lernen?

Wir klären auf!:

Warum sollten Kinder unbedingt schwimmen lernen?

Unter den Viertklässlern gibt es immer weniger Kinder, die schwimmen können. Ein Grund dafür ist, dass zahlreiche Schwimmbäder den Betrieb eingestellt haben. Folglich ist auch das Angebot an Schwimmkursen geschrumpft und Eltern, die ihre Kinder zu einem Schwimmkurs anmelden möchten, müssen teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Ein anderer Grund ist, dass der Schwimmunterricht, der eigentlich Teil des schulischen Sportunterrichts sein sollte, zunehmend oft entfällt. Auch hier spielt eine Rolle, dass viele Schulen kein geeignetes Schwimmbad in der Nähe haben. Teilweise fehlt es aber auch schlicht an Lehrkräften.

Deshalb sind die Eltern gefragt. Sie sollten sich darum kümmern, dass ihre Kinder schwimmen lernen. Das kann durch Schwimmkurse bei entsprechenden Organisationen oder in einem Verein erfolgen. Es spricht aber auch überhaupt nichts dagegen, dass die Eltern ihren Kindern das Schwimmen selbst beibringen.

Wichtig ist die Schwimmfähigkeit deshalb, weil Wasser einen besonderen Reiz auf Kinder ausübt.

Doch wenn ein Kind nicht schwimmen kann, ist das Risiko groß, dass es ertrinkt. Nicht ohne Grund  sind Unfälle mit tödlichem Ausgang durch Ertrinken die zweithäufigste Todesursache unter Kindern.

Babyschwimmen ab dem dritten Lebensmonat

Am Babyschwimmen können Eltern mit ihren Babys ab dem dritten Lebensmonat teilnehmen. Dabei geht es beim Babyschwimmen weniger um das Schwimmen als solches, sondern in erster Linie darum, das Baby ans Wasser zu gewöhnen.

Im Säuglingsalter ist der motorische Apparat eines Kindes noch nicht in der Lage, die komplexen Bewegungsmuster zu erlernen, die beispielsweise für das Brustschwimmen notwendig sind.

Das wesentliche Ziel vom Babyschwimmen ist, dass die Babys positive Erfahrungen mit dem Wasser machen. Entspannung, Spaß und der Gewöhnungseffekt stehen deshalb im Vordergrund. Die Eltern lernen außerdem, wie sie ihre Babys sicher im Wasser halten können. Und solche Kurse sind eine schöne Gelegenheit, um Kontakte zu Eltern mit gleichaltrigen Kindern zu knüpfen.

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Schwimmkurse für Kleinkinder

Im Alter zwischen 15 Monaten und zwei Jahren können die Eltern Kleinkind-Schwimmkurse mit ihren Sprösslingen besuchen. Auch ein Kleinkind hat zwar noch nicht die notwendige Koordination, um sich komplexe Schwimmtechniken anzueignen.

Aber in diesem Alter können die Kinder das sogenannte Hundepaddeln lernen. Dabei liegen sie mit der Vorderseite des Körpers auf dem Wasser und bewegen die Arme und die Beine unter Wasser vor und zurück sowie auf und ab. Sie paddeln also wie ein Hund, der schwimmt.

Auf diese Weise können sie kurze Strecken zurücklegen. Außerdem lernen die Kinder in dem Kurs, wie sie sich richtig am Beckenrand festhalten.

Haben die Eltern und die Kinder Spaß am gemeinsamen Planschen und Schwimmen, können sie regelmäßig ins Schwimmbad gehen. Dort können die Kleinen dann spielerisch lernen, sich im Wasser zu bewegen. Ab dem Kindergartenalter schaffen es viele Kinder schon, gewisse Strecken zurückzulegen.

Dabei fallen Kindern Schwimmarten, bei denen die Bewegungen der Arme und Beine abwechselnd über Kreuz koordiniert werden, leichter als die gleichmäßigen Bewegungen beim Brustschwimmen.

Die meisten Kinder starten deshalb instinktiv mit dem Hundepaddeln und gehen dann zum Kraulen und Rückenschwimmen über. Es ist also genau andersherum wie bei Erwachsenen, die meist das Brustschwimmen leichter erlernen.

Im Kleinkind- und Kindergartenalter geht es in erster Linie darum, sich dem Schwimmen spielerisch anzunähern. Die dazugehörigen Techniken sind erst später an der Reihe.

Richtig schwimmen lernen ab dem fünften Lebensjahr

Um das Schwimmen zu lernen, gilt die Zeit zwischen dem fünften und dem sechsten Lebensjahr als optimal. Oft können Kinder aber schon im Alter von vier Jahren zu einem Seepferdchen-Kurs angemeldet werden. Den Schwimmunterricht bieten der DLRG, Vereine und Schwimmbäder an.

Meistens gibt es eine Einheit pro Woche, die 45 Minuten dauert. Dabei sollte das Ziel nicht darin bestehen, den Kurs möglichst schnell abzuschließen und das Seepferdchen zu bekommen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Kinder Sicherheit im Wasser gewinnen.

Um das Frühschwimmerabzeichen zu erhalten, müssen die Kinder mittels Brust- oder Rückenschwimmen eine Bahn von 25 Metern zurücklegen. Außerdem müssen sie tauchend einen Gegenstand aus schulterhohem Wasser holen und die Baderegeln beherrschen.

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Die Prüfung für das Seepferdchen kann aber auch ein Bademeister abnehmen. Zuvor einen Schwimmkurs besucht zu haben, ist keine Pflicht.

Das Frühschwimmerabzeichen bestätigt die Schwimmfähigkeit. Kinder, die das Seepferdchen haben, sind demnach keine Nichtschwimmer mehr. Als sichere Schwimmer gelten sie aber erst dann, wenn sie ein Schwimmabzeichen mindestens in Bronze haben.

Ein Wort zu Schwimmhilfen

Schwimmflügel, aufblasbare Ringe, Wassertiere, Poolnudeln, Schwimmbretter und ähnliche Hilfsmittel sind mit etwas Vorsicht zu genießen. Für die ersten Kontakte mit dem Wasser sind sie zwar gut geeignet und können dazu beitragen, dass Kinder die Angst verlieren.

Aber Schwimmhilfen sorgen nicht dafür, dass Kinder lernen, ihren Kopf über Wasser zu halten. Auch mit Schwimmflügeln oder einem Schwimmring kann ein Kind ertrinken.

Hinzu kommt, dass Kinder erst beim Schwimmen ohne Schwimmhilfe verstehen, dass sie auch so Auftrieb im Wasser haben.

Für die ersten Einheiten im Wasser können Schwimmhilfen also ruhig genutzt werden. Wenn es aber darum geht, das Schwimmen zu lernen, helfen sie nur bedingt weiter.

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Hier schreiben Gerry Maissen, - Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, - Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, Herbert Motzki - Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und das gesamte Team Familienunternehmen Artdefects Media, Betreiber und Redakteure dieser Webseite. Boots- & Yachtbesitzer, sämtliche Wassersportarten-Nutzer an allen Küsten der Türkei und Mittelmeer. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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