Wassersport im Winter – ein Überblick, Teil 1

Wassersport im Winter – ein Überblick, Teil 1

Wassersport bringen die meisten mit dem Sommer in Verbindung, wenn die Sonne scheint und das Wasser angenehm warm ist. Doch auch oder vielleicht gerade der Winter bietet für Wassersportler besondere Reize. Durch die tief stehende Sonne ergeben sich tolle Lichtverhältnisse, die Luft ist klar und die Wasserqualität ist besser. Während die großen und bekannten Wassersport-Hotspots im Sommer oft überlaufen sind, geht es auf und in den Gewässern im Winter außerdem sehr viel ruhiger zu.

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Wassersport im Winter - ein Überblick, Teil 1

Bei Wassersport im Winter muss aber zwischen zwei Varianten unterschieden werden. So gibt es zum einen die klassischen Wassersportarten, die in der kalten Jahreshälfte eben unter winterlichen Bedingungen stattfinden.

Die andere Gruppe bilden Wassersportarten, die eine dicke, feste und sicher begehbare Eisdecke voraussetzen. Beide Varianten können für eine bestimmte Region typisch sein, das touristische Angebot im Winter erweitern oder mit Blick auf Wettkämpfe und Events eine Rolle spielen.

Doch welche Sportarten im oder auf dem winterlichen Wasser gibt es eigentlich? In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir die bekanntesten Vertreter vom Wassersport im Winter vor!:

Winterschwimmen und Eisbaden

Das Schwimmen im eisigen Wasser ist schon seit der Antike bekannt. Auch Karl der Große soll regelmäßig ein Eisbad genommen haben. Ende des 18. Jahrhunderts begannen Naturheilkundler damit, die stärkende Wirkung von kaltem Wasser gezielt einzusetzen. Sebastian Kneipp sorgte schließlich dafür, dass Kaltwasseranwendungen international bekannt wurden.

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Baden und Schwimmen im winterlich kalten Wasser zu einem Trend. Zu einer echten Massenbewegung wurde die Winterwassersportart in den 1970er-Jahren. Vor allem im Prager Raum und im Osten Deutschlands wurde das Winterschwimmen ausgiebig zelebriert.

An Veranstaltungen wie dem Moldau-Schwimmen oder dem Trommeltreffen nahmen tausende Sportler und Besucher teil. Das Trommeltreffen verdankte seinen Namen übrigens der Zeitschrift „Trommel“, in der die Termine veröffentlicht wurden.

Seit den 1990er-Jahren verbreitete sich das Winterschwimmen über das ganze Bundesgebiet und auch den Alpenraum. Es gibt über 30 eingetragene Vereine, zahlreiche freie Gruppen und allein im deutschsprachigen Raum rund 20 Events mit internationalen Teilnehmern.

In jüngerer Vergangenheit scheint das Eisbaden außerdem wieder auf dem Weg zu sein, eine Trendsportart zu werden, die immer mehr begeisterte Anhänger findet.

Es ist unbestritten, dass kaltes Wasser positive Effekte auf den Körper hat. So wird zum Beispiel das Immunsystem gefördert und das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Das Baden in Wasser mit einer Temperatur um den Gefrierpunkt herum ist allerdings auch nicht ganz risikofrei.

Aus diesem Grund braucht der Wassersportler die körperlichen Voraussetzungen, eine gute Vorbereitung und Ausrüstung wie warme Kleidung und Heißgetränke nach dem Bad.

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Der Zugang ins Wasser erfolgt entweder über das Ufer oder über ein Loch im Eis. Eine Eisdecke ist  beim Winterschwimmen zwar nicht unbedingt erforderlich. Zumal das Eisloch dann auch nicht gesichert werden muss und keine Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten entsteht. Aber viele Winterschwimmer und Eisbader empfinden den Sport mit Eis als noch ein bisschen aufregender.

Kaltwassertauchen und Eistauchen

In kaltem Wasser zu tauchen, ist für Taucher in Mitteleuropa ein Stück weit Normalität. In der Ostsee zum Beispiel ist das Wasser in einer Tiefe von 15 Metern auch im Sommer kälter als zehn Grad.

Weil dadurch aber eine etwas umfangreichere Ausrüstung notwendig wird und natürlich auch die Tier- und Pflanzenwelt eine andere ist, sind die Ost- und die Nordsee sowie die deutschen Binnengewässer unter Tauchern längst nicht so beliebt wie das Rote Meer oder die Malediven.

Andererseits steht selbst längeren Tauchgängen in rund fünf Grad kaltem Wasser mit der richtigen Ausrüstung nichts im Wege. Im Winterhalbjahr sind die meisten Taucher weit weniger unter Wasser unterwegs als im Sommer. Aber zu bestimmten Anlässen lassen sie sich den Tauchgang nicht nehmen.

Das Weihnachts- oder Neujahrstauchen sind solche Ereignisse. An den Küsten und im Binnenland finden dazu regelmäßig Veranstaltungen statt, die neben Wassersportlern auch Schaulustige anlocken.

Noch eindrucksvoller als das Kaltwassertauchen ist das Eistauchen. Denn die geschlossene Eisschicht zaubert unter Wasser einzigartige Lichtverhältnisse. Andererseits kann der Taucher eben wegen der Eisdecke nicht einfach so an beliebiger Stelle wieder auftauchen.

Aus diesem Grund muss das Eistauchen sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehört neben der Tauchausrüstung unter anderem, dass der Taucher mit einer Leine gesichert ist und ein Sicherungstaucher bereitsteht, der im Notfall eingreifen kann.

Im Laufe der Zeit sind Varianten vom Eistauchen aufgekommen. So zum Beispiel das Apnoe-Tauchen unter Eis, bei dem der Taucher anstelle einer Sauerstoffflasche nur mit angehaltenem Atem taucht, oder Mannschaftsspiele wie Hockey und Wasserball unter Eis. Dabei handelt es sich aber um Extremsportarten, die in erster Linie als Show-Elemente bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Für Wassersportvereine und gewerbliche Tauchbasen sind das Winter- und das Eistauchen Möglichkeiten, um die Saison zu verlängern. In den alpinen Regionen wiederum, die in erster Linie für den Wintersport bekannt sind, kann das Tauchen in den winterlichen Seen ein spannendes Zusatzangebot sein.

Allerdings gibt es auch etliche Seen, in denen im Winterhalbjahr nicht getaucht werden darf. Hintergrund dafür ist vor allem, dass die Wassertiere in ihrer Winterruhe nicht gestört werden sollen.

Mehr Tipps, Ratgeber und Anleitungen:

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Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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