Wassersport im Winter dank Trockenanzug

Wassersport im Winter dank Trockenanzug

Auch im Winter möchten viele Wassersportler nicht auf das Tauchen, das Surfen, das Segeln oder das Paddeln verzichten. Und das ist auch gar nicht notwendig. Denn ein sogenannter Trockenanzug sorgt dafür, dass der Wassersport auch bei frostigen Temperaturen möglich ist.

Wassersport bringen die meisten mit dem Sommer und mit warmen Temperaturen in Verbindung. Doch ein passionierter Wassersportler lässt sich auch von kaltem Wasser nicht abschrecken. Zumal eine Winterlandschaft mindestens genauso reizvoll sein kann wie die typische Sommerurlaubsidylle.

Und tatsächlich muss ein Wassersportler seine Aktivitäten auch nicht in eine Halle verlegen oder warten, bis es wieder wärmer wird. Denn Abhilfe schafft ein sogenannter Trockenanzug. Er bietet sicheren Schutz vor der Nässe und der Kälte.

Was ist ein Trockenanzug genau?

Ein Trockenanzug ist ein einteiliger Anzug, der speziell für den Wassersport und den Outdoorbereich entwickelt wurde. Als Overall hat er nur für den Kopf, die Hände und die Beine Öffnungen. Dabei sind die Öffnungen am Hals, an den Handgelenken und an den Knöcheln mit Manschetten ausgestattet.

Sie sollen verhindern, dass Wasser in den Trockenanzug eindringen kann. Die Aufgabe des Trockenanzugs, der umgangssprachlich auch Trocki genannt wird, besteht darin, den Körper vor Wasser und vor Kälte zu schützen. Im Ernstfall kann der Trockenanzug dadurch sogar Leben retten, denn er verhindert, dass der Wassersportler auskühlt.

In erster Linie soll der Trockenanzug aber den Komfort erhöhen oder den Wassersport in kühlen Regionen und im Winter ermöglichen. Dabei gibt es Trockenanzüge in vielen verschiedenen Ausführungen. Trockenanzüge fürs Segeln, Paddeln oder Surfen beispielsweise fallen anders aus als Trockenanzüge für Angler und wieder anders als Tauchtrockenanzüge.

 

Woraus besteht ein Trockenanzug?

Wie erwähnt, gibt es den Trockenanzug in verschiedenen Varianten. Die Außenschicht eines Trockenanzugs besteht meist aus Nylon oder PVC. Auf der Innenseite ist der Anzug oft mit einer Fleeceschicht ausgestattet. Sie erhöht den Tragekomfort und isoliert zusätzlich.

Ein hochwertiger Tauchanzug im oberen Preissegment verfügt über eine zusätzliche Mittelschicht, die aus einer Membran besteht und eine gute Atmungsaktivität sicherstellt. Ein Trockenanzug fürs Tauchen ist entweder aus einem speziellen Neopren oder aus Trilaminat gefertigt. Trilaminat ist ein Verbundwerkstoff aus drei Schichten. Daneben gibt es auch Tauchtrockenanzüge aus reinem Gummi. Da sie aber sehr teuer sind, finden sie im Sport- und Hobbybereich praktisch keine Verwendung.

Die Dichtmanschetten am Trockenanzug bestehen üblicherweise aus Neopren oder aus Latex. Neopren ist weicher, schmiegt sich besser an den Körper an, verursacht weniger Druckstellen und isoliert besser. Latex wiederum dichtet besser ab und ist langlebiger.

Generell lässt sich pauschal nicht sagen, welches Material die beste Wahl ist. Denn jedes Material hat seine Vor- und seine Nachteile. Zudem spielen die persönlichen Vorlieben des Wassersportlers eine Rolle. Entscheidend ist, dass er sich in seinem Trockenanzug wohlfühlt und gut bewegen kann. Viele Fachgeschäfte bieten neben einer kompetenten Beratung auch die Möglichkeit, einen Tauchanzug auszuprobieren.

Dieses Angebot sollte der Wassersportler unbedingt nutzen. Denn für einen vernünftigen Trockenanzug muss der Wassersportler ab 300 Euro aufwärts investieren. Und es wäre ärgerlich und schade, wenn sich der Trockenanzug schon nach kurzer Zeit als teurere Fehlinvestition entpuppt.

 

Wie wird ein Trockenanzug angezogen?

Der Trockenanzug verhindert, dass Feuchtigkeit eindringt. Gleichzeitig schützt er den Wassersportler vor der Kälte. Allerdings ist der Trockenanzug nur ein Bestandteil der Ausrüstung für den Wassersport im Winter oder in kalten Gefilden. Die zweite Komponente ist der Unterzieher, der unter dem Trockenanzug getragen wird. Auch der Unterzieher ist ein Overall und besteht aus einer Kunstfaser.

Wichtig ist, dass der Unterzieher in einer Stärke ausgewählt wird, die sowohl zum Trockenanzug als auch zum Einssatzzweck passt. Möchte der Wassersportler beispielsweise in tiefen und sehr kalten Gewässern tauchen, braucht er einen anderen Unterzieher als ein Wassersportler, der gemütlich über einen winterlichen See segeln möchte.

Der Trockenanzug selbst wird mit einem Reißverschluss verschlossen. Doch auch hier gibt es wieder mehrere Varianten. So kann der Reißverschluss ein sogenannter Back-Reißverschluss sein und sich auf dem Rücken befinden. Eine andere Möglichkeit ist der Front-Reißverschluss, der senkrecht auf der Brust verläuft.

Daneben gibt es den Schulterreißverschluss, der von einer Schulter zur anderen Schulter verläuft, und einen diagonalen Reißverschluss vorne, der von der linken Schulter zur rechten Hüftseite geht.

 

Worauf sollte beim Kauf eines Trockenanzugs geachtet werden?

Das mit Abstand wichtigste Kriterium beim Trockenanzug ist der optimale Sitz. Der Wassersportler muss sich in dem Anzug wohlfühlen und sich gut darin bewegen können. Neben der Passform und dem Tragekomfort spielt natürlich auch die Qualität eine Rolle.

Der Tauchanzug sollte aus einem robusten Material bestehen und vor allem an den Nähten und am Reißverschluss hochwertig verarbeitet sein. Für welche Bauart sich der Wassersportler entscheidet, ob er einen Tauchanzug mit oder ohne Zusatzausstattung wie Kapuze, Füßlingen oder integrierten Hosenträgern wählt, welche Reißverschlussform er aussucht und in welcher Farbe sein Tauchanzug gehalten sein soll, bleibt dann eine Frage des eigenen Geschmacks.

Aber noch ein kleiner Tipp:

Wenn der Wassersportler bereits über Ausstattung wie Flossen, eine Brille oder einen Bleigurt verfügt, sollte er diese Sachen beim Kauf des Tauchanzugs mitnehmen. Denn ein Trockenanzug verhält sich anders als ein herkömmlicher Nassanzug. Und es wäre doch sehr schade, wenn der Wassersportler erst am Zielort feststellt, dass sein neuer Trockenanzug zusammen mit seiner bisherigen Ausrüstung nicht verwendet werden kann.

 

Wie wird ein Trockenanzug gepflegt?

Der Trockenanzug sollte nach jedem Einsatz mit Süßwasser abgespült werden. Zum Aufbewahren sollte der Trockenanzug auf einen Bügel gehängt und in einem dunklen und kühlen, aber nicht zu trockenem Raum gelagert werden. Der Reißverschluss bleibt dabei offen.

Das Material wird dadurch nicht unnötig belastet. Bestehen die Manschetten aus Latex, sollten sie regelmäßig mit Talkum eingepudert werden. So bleibt das Latex elastisch und das Anziehen fällt leichter. Der Reißverschluss wiederum sollte in regelmäßigen Abständen mit Bienenwachs behandelt werden. Das Bienenwachs sorgt dafür, dass sich der Reißverschluss problemlos öffnen und schließen lässt und außerdem dicht bleibt.

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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