Ratgeber zum Bootskauf, 1. Teil

Ratgeber zum Bootskauf, 1. Teil

Sich ein eigenes Boot anzuschaffen, ist sicherlich ein besonderes Ereignis. Und im Idealfall begleitet das Boot seinen Besitzer viele Jahre lang. Der folgende Ratgeber zum Bootskauf gibt Tipps, worauf es zu achten gilt.

Vermutlich niemand kauft ein Boot oder eine Yacht spontan, aus einer Laune heraus. Stattdessen geht dem Bootskauf in aller Regel ein längerer Entscheidungsprozess voraus. Und es ist auch gut und wichtig, dass sich der künftige Bootsbesitzer die Zeit nimmt, um sich auf dem Bootsmarkt umzuschauen und sich von Experten beraten zu lassen.

Denn einerseits muss der Käufer für ein Boot oder eine Yacht ein ordentliches Sümmchen auf den Tisch legen. Andererseits investiert er in ein langlebiges Produkt. Im Unterschied zu beispielsweise einem Auto, das im Durchschnitt nur zwölf Jahre alt wird, kann ein Boot bei guter Pflege jahrzehntelang genutzt werden. Und ein Boot verliert längst nicht so schnell an Wert wie ein Auto.

Bevor die Suche nach einem geeigneten Wasserfahrzeug beginnt, sollte sich der künftige Bootseigner aber erst einmal überlegen, wonach er überhaupt sucht. Ein Profil des Schiffes, das die wichtigsten Eckdaten, Anforderungen und Wünsche festhält, erweist sich als äußerst hilfreiches Instrument.

Denn das Angebot auf dem Bootsmarkt ist riesig. Ohne konkrete Vorstellungen kann der Überblick deshalb schnell verloren gehen und es wird sehr schwierig, genau das Boot zu finden, das ideal zu den eigenen Ansprüchen passt. Worauf der künftige Hobby-Kapitän außerdem achten sollte, erklärt der folgende Ratgeber zum Bootskauf.

Hier ist der 1. Teil:

 

Der Kauf eines Neubootes

Das neue Wasserfahrzeug soll den Eigner möglichst viele Jahre lang treu und zuverlässig übers Wasser transportieren, bei herrlichen Urlauben begleiten und zu schöne Freizeiterlebnissen beitragen. Die Qualität und der Service sind deshalb zwei entscheidende Kriterien beim Bootskauf.

Ein gutes Angebot kann auf ganzer Linie überzeugen, also sowohl im Hinblick auf die Produktqualität und den Service als auch in Sachen Preis. Dabei ist die Reihenfolge der drei Kriterien ganz bewusst so gewählt. Das Budget spielt zwar natürlich auch eine Rolle, aber der Preis sollte nie das wichtigste Kriterium sein.

Denn auf lange Sicht gesehen, wird der Bootseigner nur dann Freude an seinem Wasserfahrzeug haben, wenn es sich um ein qualitativ hochwertiges Produkt handelt und wenn er auf den Service des Bootshändlers zählen kann. Der Fachhändler, bei dem der Hobby-Kapitän sein Boot oder seine Yacht kauft, ist sein Ansprechpartner, wenn Fragen rund um das Wasserfahrzeug auftauchen.

Gleichzeitig sollte er sicherstellen können, dass Wartungs- und Reparaturarbeiten, aber auch Gewährleistungs- und Garantiefälle fachgerecht und von qualifiziertem Personal erledigt werden. Schließlich möchte der Bootseigner mit einem guten Gefühl in See stechen und sich im Ernstfall auf schnelle und kompetente Hilfe verlassen können. Eine gute Produktqualität und ein umfangreicher Service haben aber nun einmal ihren Preis.

Eine ideale Anlaufstelle, um sich einen Überblick über den aktuellen Bootsmarkt zu verschaffen, sind die großen Boots- und Wassersportmessen. Hier präsentieren sich zahlreiche Bootsbauer und stellen verschiedene Modelle ihrer Boote vor.

Der Bootskäufer kann sich so nicht nur unterschiedliche Boote anschauen, sondern sie auch direkt miteinander vergleichen. Sind ein paar Boote in der näheren Auswahl, sollte er Termine für Probefahrten vereinbaren. Denn nur auf dem Wasser wird der Hobby-Kapitän feststellen können, ob das Boot tatsächlich seinen Vorstellungen entspricht und seinen Ansprüchen gerecht wird.

 

Der Kauf eines Gebrauchtbootes

Ein solides, gut erhaltenes und ordentlich ausgestattetes Gebrauchtboot kann durchaus eine sehr gute Alternative zu einem Neuboot sein. Allerdings ist es bei Gebrauchtbooten etwas schwieriger, sich einen Überblick über den Bootsmarkt und die Angebote zu verschaffen.

Denn auf Bootsmessen werden Gebrauchtboote nicht präsentiert. Um sein gebrauchtes Traumboot zu finden, hat der Hobby-Kapitän im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

Bootshändler:

Der Bootskauf bei einem qualifizierten Händler bringt zum einen den Vorteil mit sich, dass sich der Käufer fachkundig beraten lassen kann. Ein Fachhändler verfügt über das notwendige Know-how, kann Fragen beantworten und wird dem Käufer dabei helfen, das richtige Boot auszuwählen.

Zum anderen profitiert der Käufer von der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungshaftung, die greift, falls Mängel auftauchen sollten. Bei Gebrauchtbooten wird zwar in aller Regel eine verkürzte Gewährleistung von einem Jahr vereinbart.

Aber zumindest im ersten Jahr nach dem Kauf ist der Käufer dadurch bei Mängeln auf der sicheren Seite. Qualifizierte Gebrauchtboothändler findet der Käufer beispielsweise im Branchenbuch des Bundesverbands Wassersportwirtschaft e.V.

Gebrauchtbootmakler:

Ein Gebrauchtbootmakler tritt als Vermittler auf, der den Verkäufer und den Käufer zusammenbringt. Ähnlich wie ein Immobilienmakler kümmert sich der Gebrauchtbootmakler darum, Boote und Yachten zu vermarkten. Er sucht nach einem geeigneten Wasserfahrzeug für den Käufer und führt ihm passende Modelle aus seinem Datenbestand vor.

Andersherum sucht der Makler im Auftrag des Verkäufers nach einem Käufer für ein Gebrauchtboot, das zum Verkauf steht. Konnte der Makler einen Bootskauf vermitteln, erhält er eine Provision. Den Kaufvertrag schließen aber der Käufer und der Verkäufer miteinander. Aus diesem Grund übernimmt ein Gebrauchtbootmakler auch keine Gewährleistung.

Privatverkäufer:

Angebote von Privat finden sich in Fachzeitschriften, in Gebrauchtbootbörsen im Internet und in Online-Kleinanzeigenmärkten mit entsprechender Rubrik. Bei einem Kauf von Privat wird das Boot in aller Regel nach dem Motto „Gekauft wie gesehen“ erworben.

Eine Gewährleistung schließt ein Privatverkäufer üblicherweise aus. Wesentliche Mängel und bekannte Schäden darf aber auch ein Privatverkäufer natürlich nicht verschweigen. Insbesondere wenn es um höhere Summen geht, ist der Käufer insgesamt gut beraten, wenn er sich fachkundige Hilfe an die Seite holt. Denn selbst für einen versierten Laien ist es nicht ganz einfach, den Zustand eines Bootes richtig zu beurteilen.

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