Infos und Tipps zum Eisangeln

Infos und Tipps zum Eisangeln

Hierzulande ist das Eisangeln nicht ganz so bekannt und verbreitet wie etwa in Kanada oder Skandinavien. Doch auch in Deutschland ist es möglich, in zugefrorenen Seen und Bächen zu fischen. Ein paar Kleinigkeiten sollte der Angler dabei aber beachten.

Für viele Naturfans ist es ein echtes Highlight, umgeben von herrlichen Winterlandschaften und bei klirrender Kälte auf Fischfang zu gehen. Vor allem Raubfische wie Barsche, Hechte oder Zander, aber auch Forellen lassen sich im Winter angeln. Ganz ungefährlich ist das Eisfischen aber nicht.

Immerhin bewegt sich der Angler auf einem zugefrorenen See oder Bach. Und damit der Angler etwas fängt, muss er die richtige Ausrüstung dabei haben.

Für diejenigen, die es einmal ausprobieren wollen, fasst der folgende Beitrag die wichtigsten Infos und Tipps rund ums Eisangeln zusammen:

 

Die Sicherheit steht an erster Stelle!

Beim Eisangeln sucht sich der Angler eine geeignete Stelle aus, bohrt ein Loch in die Eisdecke und wartet dann vor seinem Eisloch darauf, dass ein Fisch anbeißt. Doch bei der klirrenden Kälte spielt die Sicherheit eine sehr wichtige Rolle. Bevor der Angler eine Eisfläche betritt, sollte er sich deshalb immer vergewissern, dass das Eis dick genug ist und sein Gewicht problemlos trägt. Aber wann ist eine Eisfläche so stabil, dass es zum Eisangeln reicht? Grundsätzlich gelten folgende Regeln:

  • Die Eisschicht sollte mindestens 12 bis 15 Zentimeter dick sein.
  • Es sollten mindestens eine Woche lang sowohl tagsüber als auch nachts ununterbrochen deutliche Minustemperaturen geherrscht haben.
  • Ist ein Knacken zu hören oder ziehen sich Risse durch das Eis, sollte sich der Angler umgehend auf den Bauch legen und zum Ufer zurückrobben. Durch die Bauchlage ist das Gewicht gleichmäßiger verteilt.

Außerdem muss sich der Angler natürlich informieren, ob das Eisangeln an der von ihm gewünschten Stelle überhaupt erlaubt ist. Und ob der zuständige Angelverein oder das Ordnungsamt das Gewässer freigegeben hat. Meist wird ein Gewässer übrigens dann zum Eisangeln freigegeben, wenn die Eisdicke zum Schlittschuhlaufen ausreicht.

Generell ist es außerdem besser, immer zu zweit zum Eisfischen zu gehen. Sollte doch etwas schiefgehen und ein Eisangler einbrechen, ist wenigstens schnelle Hilfe gewährleistet.

 

Die Ausrüstung fürs Eisangeln

Im Unterschied zum herkömmlichen Angeln wird beim Eisangeln mit einer kurzen Handangel gefischt. Im Anglerbedarf sind spezielle, nur etwa 20 Zentimeter lange Ruten erhältlich. Zum Ausprobieren reicht es aber aus, wenn er Angler zu einer normalen, kurzen Rute greift. Einige Eisangler verzichten auch komplett auf die Rute und fischen stattdessen nur mit einer Handleine.

Neben der Angel wird die richtige Angelschnur benötigt. Wie stark sie gewählt werden sollte, hängt davon ab, welchen Fisch der Angler fangen will. Bei Hechten und Barschen braucht es eine stärkere Schnur, die nicht reißt, wenn die Fische aus dem Eisloch geholt werden. Angelt der Angler kleine Weißfische, sollte er hingegen eine dünne, unauffällige Schnur wählen. Letztlich ungeeignet fürs Eisfischen ist aber eine geflochtene Angelschnur. Denn sie saugt das Wasser auf und gefriert. In der Folge wird die Angelschnur steif und bricht sehr leicht.

Ebenfalls zur Grundausstattung beim Eisangeln gehört ein Eisbohrer. Er ist sowohl motor- als auch handbetrieben erhältlich. Mit dem Eisbohrer bohrt der Angler sein Angelloch in die Eisdecke. Dieses Angelloch wird übrigens auch Wuhne genannt. Grundsätzlich wäre es zwar auch möglich, einen Eispickel oder eine Axt zu verwenden, um das Loch herzustellen. Allerdings können dadurch Risse in der Eisdecke entstehen, die die Stabilität der Eisfläche beeinträchtigen. Und beim Hantieren mit den Werkzeugen steigt die Verletzungsgefahr. Wenn der Angler Eisfischen möchte, ist er deshalb mit einem Eisbohrer wesentlich besser beraten.

Neben der Angelrute samt Schnur und dem Eisbohrer sollte der Eisangler an folgendes denken:

  • Eishaken: Ein Eishaken kann zum Lebensretter werden. Sollte der Angler einbrechen, kann er den Haken in den Rand schlagen und sich so aus dem Wasser ziehen.
  • 20 Meter langes Seil: Ein langes Seil gehört, wie der Eishaken, zur Ausrüstung für den Notfall. Sollte jemand einbrechen, wird das Seil ins eisige Wasser geworfen, um die Person herauszuziehen.
  • Schöpfkelle: Mit der Schöpfkelle werden Eisbrocken aus dem Loch entfernt. Zudem kann die Schöpfkelle verwendet werden, um gelegentlich im Eisloch herumzurühren. So wird verhindert, dass das Loch wieder zufriert.
  • Warme Kleidung: Um nicht auszukühlen, sollte sich der Angler am besten nach dem Zwiebelprinzip anziehen. Mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander halten den Körper warm und schützen gut vor dem eisigen Wind. Zudem kann der Angler durch mehrere Lagen übereinander reagieren, wenn ihm warm wird oder er friert. Zum richtigen Outfit gehören außerdem warme Winterschuhe mit einer dicken Sohle. Immerhin steht der Angler auf dem Eis. Und wenn seine Füße auskühlen, zieht sich die Kälte schnell durch den ganzen Körper.
  • Stuhl: Damit der Angler nicht stehen oder auf dem harten, kalten Eis sitzen muss, sollte er sich einen Hocker oder einen Klappstuhl mitnehmen.
  • Heißgetränke: Mindestens eine große Thermoskanne mit einem heißen Getränk sollte der Eisangler unbedingt dabei haben. Alkohol ist aber tabu. Denn Alkohol weitet die Blutgefäße. Im ersten Moment mag es zwar so erscheinen, als würde Alkohol wärmen. Tatsächlich kühlt der Körper aber viel schneller aus. Und: Auf Eisflächen unterwegs zu sein und dabei Alkohol zu trinken, passt einfach nicht zusammen.

Das Loch und die Köder beim Eisangeln

Wie groß das Loch gebohrt werden sollte, hängt von der Größe der Fische ab, die geangelt werden sollen. Als grobe Richtlinie gilt aber, dass ein Eisloch mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern völlig ausreicht. Schwieriger ist da schon die Frage nach der optimalen Stelle.

Denn es ist nicht so einfach, herauszufinden, wo sich die Fische bei den eisigen Temperaturen am ehesten aufhalten. Manchmal gibt es Strukturen, die auf erfolgversprechende Stellen hinweisen. Ansonsten sind Bereiche, in denen die Wassertiefe recht steil abfällt oder in denen das Wasser einen hohen Sauerstoffgehalt aufweist, günstig.

Eine beliebte Strategie besteht darin, vier Eislöcher mit ausreichend Abstand zueinander zu bohren. So kann der Eisangler zwischen den verschiedenen Löchern hin- und herwechseln.

Beim Eisangeln braucht der Angler mehr Geduld als beim normalen Angeln. Denn im Winter sind die Fische nicht nur träge, sondern fahren auch ihren Stoffwechsel herunter. Deshalb lassen sie nicht mit Futter nur bedingt anlocken. Für den Eisangler heißt das, dass er lieber weniger Lochfutter einsetzen sollte.

Bei Friedfischen reichen zwei, drei Maden oder etwas Mais an einem dünnen Haken aus. Möchte der Eisangler Raubfische angeln, kann er zu Fischstücken oder sehr kleinen Köderfischen greifen. Blinker, Pilker oder Twister können ebenfalls funktionieren. Letztlich wird der Eisangler, wie sonst auch, aber einfach ausprobieren müssen, auf welchen Köder die Fische am besten reagieren.

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Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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