Einmaliges Bild: der Reschensee in Italien

Einmaliges Bild: der Reschensee in Italien

Ob Gardasee, Lago Maggiore oder Comer See: In Italien gibt es nicht nur das Mittelmeer, sondern auch viele wunderschöne Seen. Einer dieser Seen ist der Lago di Resia. Im Deutschen als Reschensee bekannt, sorgt er für ein einmaliges Bild. Denn mitten im See erhebt sich ein alter Kirchturm.

Einmaliges Bild der Reschensee in Italien

Was es mit diesem Turm auf sich hat und welche Geschichte sich hinter dem See verbirgt, erzählen wir in diesem Beitrag:

Einmaliges Bild: der Reschensee in Italien

Der knapp sechs Kilometer lange Reschensee befindet sich im Westen von Südtirol in der kleinen Gemeinde Graun, nicht weit von der italienischen Grenze zu Österreich und der Schweiz entfernt.

Der Stausee, der bei sonnigem Wetter in schönstem Blau erstrahlt, hat eine ganz besondere, einzigartige Attraktion zu bieten. Mitten im See ragt nämlich ein Turm hervor. Der Turm gehörte einst zur Pfarrkirche St. Katharina, heute ist er als versunkener Kirchturm Alt-Graun bekannt.

So idyllisch und romantisch wie es der Anblick des Reschensees vermuten lässt, ist die Geschichte aber leider nicht. Die alte Pfarrkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und lange Zeit war sie von drei Seen umgeben. Neben dem Reschensee gab es nämlich noch den Mittersee und den Haidersee. Im Jahr 1950 wurden die drei Seen am sogenannten Reschenpass dann gestaut. Die Stauung hatte die Regierung bereits seit längerem geplant, denn auf diese Weise sollte Energie gewonnen werden.

Jedenfalls führte die Maßnahme dazu, dass der Reschensee und der Mittersee zu einem Stausee zusammengeführt wurden. Die Folge dieser Zusammenführung war aber gleichzeitig auch, dass das Dorf Graun komplett und das Dorf Reschen zu einem großen Teil im See versanken.

163 Häuser und über 500 Hektar fruchtbarer Kulturboden wurden seinerzeit überflutet. Die Bewohner der kleinen Gemeinde verloren Eigentum und Existenz, denn die geringen Entschädigungen konnten den Verlust kaum wettmachen. Unter Wasser sind heute nur noch Überreste des versunkenen Dorfes zu erkennen.

Über Wasser hingegen hält der alte Kirchturm noch immer tapfer und ziemlich romantisch die Stellung. Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde der Turm stehen gelassen und schon mehrere Male restauriert. Die Legende besagt übrigens, dass die Kirchenglocken auch heute noch manchmal zu hören sind.

Ob wohl eine alte Seele dahinter steckt?

Bootsfahrten und Snowkiten auf dem Reschensee

Der alte Kirchturm mitten im Reschensee gehört inzwischen zu den Wahrzeichen der Region rund um das Vinschgau Tal. Und trotz der eigentlich traurigen Geschichte hat sich der Reschensee zu einer echten Touristenattraktion und einem überaus beliebten Fotomotiv entwickelt.

Dass es viele Besucher hierher zieht, hat aber nicht nur mit dem Kirchturm zu tun. Vielmehr liegt das auch an der herrlich idyllischen Umgebung, die eine große Palette an Freizeitmöglichkeiten bereithält. Eine Bootsfahrt auf dem Reschensee, bei der der Besucher dem Kirchturm ganz nahe kommt und etwas über die Geschichte des versunkenen Dorfes erfährt, ist natürlich ein tolles Highlight. Aber das ist eben längst nicht alles.

Rund um den Reschensee gibt es zahlreiche Wander- und Radwege, die dazu einladen, die idyllische Umgebung zu erkunden. Im Winter wiederum verwandelt sich der See zu einem beliebten

Ziel für diejenigen, die Eissegeln oder Schlittschuhlaufen möchten. Außerdem wird der See zur Bühne für Snowkiter. Seit 2008 finden hier mit den International Snowkite Open sogar alljährlich die Weltmeisterschaften im Snowkiten statt.

Doch auch diejenigen, die einfach mal abschalten und entspannen möchten, kommen am Reschensee auf ihre Kosten. So lädt die wunderschöne Naturkulisse dazu ein, sich ein hübsches Plätzchen im Grünen zu suchen, die frische Bergluft zu genießen und bei einem leckeren Picknick den einmaligen Anblick des Sees auf sich wirken zu lassen.

Unvergessliche Eindrücke vom italienischen Reschensee

Eingebettet in eine grandiose Natur und mit dem alten Kirchturm in der Mitte, sorgt der Reschensee einerseits für ein einzigartiges, romantisches, fast magisches Bild. Andererseits ist die Geschichte dahinter wenig idyllisch und das Wissen, dass unter der Wasseroberfläche ein versunkenes Dorf und viele Schicksale begraben liegen, erzeugt ein komisches Gefühl.

Vielleicht ist es aber gerade dieser Widerspruch, der die Faszination und besondere Anziehungskraft des Ortes ausmacht.

Jedenfalls ist der Anblick unvergesslich und nicht umsonst ein sehr beliebtes Fotomotiv. Das wiederum gilt für jede Jahreszeit. Egal, ob sich der Kirchturm unter strahlend blauem Sommerhimmel im glitzernden See spiegelt oder im Winter von einer dicken Schnee- und Eisdecke eingehüllt ist, ob im Herbst ein buntes Farbenmeer oder im Frühling sattes Grün und bunte Wiesenblumen für den richtigen Rahmen sorgen: Die Landschaft versprüht immer einen Hauch von Mystik und lässt vergangene Geschichten lebendig werden.

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Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.
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