Darum mangelt es vielen Kindern an Schwimmfähigkeiten, Teil II

Darum mangelt es vielen Kindern an Schwimmfähigkeiten, Teil II

Umgestellte Lehrpläne, Lehrermangel, geschlossene Schwimmbäder, keine Schwimmkurse, veränderte Alltagsabläufe: Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass immer weniger Kinder sichere Schwimmer sind. Dabei wäre es so wichtig, dass Kinder schwimmen lernen. Denn beim Schwimmen geht es nicht nur um Sport und Freizeit, sondern auch um die gesundheitliche Entwicklung. Und im Ernstfall können solide Schwimmfähigkeiten Leben retten.

Darum mangelt es vielen Kindern an Schwimmfähigkeiten, Teil II

In einem zweiteiligen Beitrag gehen wir den Ursachen und den Folgen für das wachsende Schwimmdefizit auf den Grund. Außerdem schauen wir uns an, wie wir dem Mangel an Schwimmfähigkeiten begegnen können.

Dabei haben wir in Teil I beleuchtet, warum immer weniger Kinder schwimmen können und welche Gefahren das mit sich bringt.

Hier ist Teil II!:

Diese Maßnahmen können Lösungsansätze sein

Vielen Eltern ist durchaus klar, dass das Schwimmenlernen wichtig ist. Aber oft scheitert es an der Zeit, der Organisation oder fehlendem Wissen. Dabei sind nicht nur die Schulen oder die Kommunen in der Verantwortung. Auch du als Elternteil oder Verwandter kannst und solltest aktiv werden.

Wenn du frühzeitig etwas unternimmst, schaffst du die Grundlage dafür, dass dein Kind Sicherheit und Selbstbewusstsein im Wasser entwickelt.

Schon im Kleinkindalter kannst du deinen Nachwuchs spielerisch mit dem Element Wasser vertraut machen und ab dem Vorschulalter langsam damit beginnen, das Schwimmen zu üben.

Dafür brauchst du weder eine spezielle Ausrüstung noch musst du einen teuren Schwimmkurs bei einem professionellen Anbieter buchen.

Oft reicht es schon aus, wenn du mit deinem Kind regelmäßig ins Schwimmbad oder an den Badesee gehst, damit es Vertrauen zum kühlen Nass fasst.

Natürlich sind auch die Gesellschaft und die Politik gefragt, um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Investitionen in die Infrastruktur sind an dieser Stelle genauso wichtig wie Förderprogramme für einkommensschwache Haushalte oder die verbindliche Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts in der Schule.

Trotzdem ist es nicht damit getan, nur Veränderungen oder Verbesserungen zu fordern und andere in die Pflicht zu nehmen. Der erste Schritt beginnt bei unserer eigenen Haltung.

Um staatliche Lücken zu schließen, werden auch private Schwimmschulen immer wichtiger. Sie übernehmen nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine pädagogische Funktion.

Speziell ausgebildetes Personal, individuelle Lernpläne und kleine Gruppen sorgen dafür, dass Kinder das Schwimmen angstfrei und ohne Druck lernen.

Eine Besonderheit der privaten Schwimmschulen liegt in der altersgerechten Didaktik. Die Kinder werden systematisch ans Wasser herangeführt und eignen sich die verschiedenen Schwimmtechniken korrekt an.

Zusätzlich dazu erleben die Kinder aber auch Spaß, Stolz und Erfolge. In diesem Umfeld fällt es leichter, Ängste zu überwinden und Selbstvertrauen aufzubauen. Im schulischen Schwimmunterricht ist das so oft nicht umsetzbar.

Viele Schwimmschulen bieten außerdem spezielle Kurse für Kinder mit Förderbedarf. Das verstärkt ihre gesellschaftliche Relevanz zusätzlich.

Darum geht es beim Schwimmenlernen um mehr als nur Sicherheit

Schwimmen zu können, bedeutet nicht nur, im Wasser keine Panik zu bekommen und sich über Wasser halten zu können. Das Schwimmen geht vielmehr mit verschiedenen Vorteilen für die körperliche, die emotionale und die soziale Entwicklung einher.

Im Wasser bewegen sich die Kinder in einem Element, das einerseits ihren Bewegungsapparat schont, aber andererseits ihre ganze Muskulatur trainiert und ihre Koordination fördert.

Das Schwimmen verbessert die Ausdauer, stärkt das Herz-Kreislauf-System und fördert die Atmung. Es ist also ein effektives und zugleich schonendes Ganzkörpertraining.

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Dazu kommt, dass Kinder beim Schwimmenlernen Erfolge erleben, die ihr Selbstvertrauen fördern. Sie lernen den Umgang mit Rückschlägen, erkennen ihre eigenen Grenzen und sehen, dass sie diese Grenzen überwinden können.

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Solche Erfahrungen wirken sich nicht nur im Schwimmbecken positiv aus, sondern beeinflussen auch das Auftreten und Verhalten in der Schule, im Freundeskreis und in der Familie.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Schwimmen sozial verbindet. Wenn dein Kind schwimmen kann, kann es bei Unternehmungen mit Gleichaltrigen, bei Ausflügen, im Urlaub und bei sportlichen Veranstaltungen mitmachen.

Andernfalls bleibt es an vielen Stellen außen vor. Wenn die soziale Teilhabe mit bestimmten Kompetenzen zusammenhängt, können Schwimmfähigkeiten insofern eine Schlüsselrolle spielen.

Auch aus gesundheitlicher Sicht lohnt sich das Schwimmen. Durch Studien ist belegt, dass Kinder, die früh schwimmen lernen, später seltener von Übergewicht und motorischen Defiziten betroffen sind.

In einer Gesellschaft, in der wir immer mehr Zeit im Sitzen verbringen, kann die Bewegung im Wasser ein optimaler Ausgleich sein.

Außerdem hilft das Wasser dabei, Stress abzubauen. Es ist erwiesen, dass Wasser einen beruhigenden Effekt hat. Diesen Aspekt sollten wir im oft hektischen Schul- und Familienalltag nicht unterschätzen.

Das muss sich in Zukunft ändern

Dass Schwimmfähigkeiten unter Kindern zur Mangelware werden, ist nicht einfach nur eine bedauernswerte Entwicklung, sondern ein gesellschaftliches Alarmsignal. Lernen immer weniger Kinder schwimmen, ergibt sich daraus eine strukturelle Bewegung mit weitreichenden Folgen.

Aber wir haben es in der Hand, diesen Trend umzukehren. Voraussetzung dafür ist ein kollektives Bewusstsein von Eltern, Schulen, Politik und Zivilgesellschaft.

Wir müssen uns vor Augen führen, dass das Schwimmenlernen kein netter Luxus in der Freizeit ist, sondern ein elementarer Bestandteil von Bildung und Sicherheit. Daraus können wir das Ziel ableiten, dass alle Kinder die Chance haben müssen, schwimmen zu lernen.

Und das unabhängig vom Einkommen der Eltern, der Herkunft oder dem Wohnort:

  • In den Schulen sollte der Schwimmunterricht wieder flächendeckend fest im Lehrplan verankert sein.
  • Die Kommunen müssen Schwimmbäder sanieren und erhalten, entweder aus eigenen Mitteln oder mithilfe von Sponsoren.
  • Eltern müssen aufgeklärt werden und Zugang zu qualifizierten Kursen haben.
  • Private Schwimmschulen sollten stärker gefördert und in öffentliche Bildungsprogramme einbezogen werden.

Am Ende geht es nicht nur darum, Unfälle zu vermeiden. Genauso liegt der Fokus auf Chancengleichheit, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Jeder Sprung ins Becken ist ein Schritt in Richtung Sicherheit und Selbstständigkeit.

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Wenn dein Kind ein sicherer Schwimmer ist, bewegt es sich nicht nur angstfrei im Wasser, sondern wird mit einem stärkeren Selbstbild groß.

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Hier schreiben Gerry Maissen, - Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, - Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, Herbert Motzki - Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und das gesamte Team Familienunternehmen Artdefects Media, Betreiber und Redakteure dieser Webseite. Boots- & Yachtbesitzer, sämtliche Wassersportarten-Nutzer an allen Küsten der Türkei und Mittelmeer. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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