7 Fragen zur Schwimmweste, Teil 2

7 Fragen zur Schwimmweste, Teil 2

Ob Wellengang, stärkere Strömung oder eine ungeschickte Bewegung während einer Schifffahrt: Auf und im Wasser können schnell brenzlige Situationen entstehen. Eine Schwimmweste kann dann zum Lebensretter werden. Denn sie sorgt dafür, dass der Körper an die Wasseroberfläche zurückkommt und der Kopf über Wasser bleibt. Das ist für Kinder und Nichtschwimmer sehr wichtig.

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7 Fragen zur Schwimmweste, Teil 2

Aber auch gute und erfahrene Schwimmer profitieren im Ernstfall von einer Rettungsweste, beispielsweise wenn sie die Orientierung unter Wasser verlieren oder ihre Leistungsfähigkeit nachlässt.

Allerdings kann eine Schwimmweste nur funktionieren, wenn sie richtig ausgewählt und angelegt wurde. Doch worauf kommt es dabei an? In einem zweiteiligen Beitrag beantworten wir sieben Fragen zur Schwimmweste. Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, welche Normklassen es bei Rettungswesten gibt und welche Funktionsweise hinter Feststoff- und Automatik-Rettungswesten steckt.

Hier ist Teil 2!:

  1. Ab welchem Alter macht eine Schwimmweste Sinn?

Grundsätzlich sollte jeder, der mit dem Kajak oder einem Boot auf Seen, Flüssen und offenen Gewässern unterwegs ist, eine Schwimmweste tragen. Doch vor allem für Kinder und für Erwachsene, die gar nicht oder kaum schwimmen können, ist eine Rettungsweste Pflicht. Im Notfall kann sie vor einem Ertrinken bewahren.

Schwimmwesten gibt es nicht nur mit unterschiedlichen Auftrieben, sondern auch in verschiedenen Größen. Damit stellt sich die Frage, ab wann es ratsam ist, eine Rettungsweste anzulegen. Maßgeblich an diesem Punkt ist nicht das Alter. Was zählt, ist das Gewicht. Und hier gilt, dass sich Rettungswesten für Kinder ab einem Körpergewicht von 15 Kilogramm bewährt haben.

Im Fachhandel sind zwar auch Schwimmwesten für Babys erhältlich. Sie sind ab einem Körpergewicht von drei Kilo gedacht und könnten somit auch schon den meisten Säuglingen angelegt werden. Die Praxis zeigt aber, dass solche Baby-Rettungswesten teils mehr schaden können als nützen.

Wie schon erwähnt, kommt es bei einer Schwimmweste auf das Körpergewicht des Trägers an. Aus diesem Grund sind Rettungswesten für Erwachsene nicht für Kinder geeignet. Auch dann nicht, wenn die Kinder groß gewachsen sind. Denn trotz ähnlicher Körpergröße wiegen Erwachsene meist mehr als Kinder.

Deshalb ist der Auftrieb bei Erwachsenen-Westen höher. Für Kinder, die leichter sind, könnte dieser Auftrieb zu groß sein. Die Folge wäre im schlimmsten Fall, dass die Füße über Wasser treiben, während der Kopf unter Wasser bleibt.

  1. Worauf sollte beim Kauf einer Schwimmweste geachtet werden?

Bei der Auswahl einer Rettungsweste kommt es auf mehrere Faktoren an. Die wichtigsten davon sind folgende:

  • Körpergewicht: Die Schwimmweste muss mindestens das Körpergewicht tragen können, damit sie im Ernstfall genug Auftrieb hat.

  • Körpergröße: Eine Rettungsweste sollte eng anliegen, ohne dabei einzuschnüren oder zu viel Bewegungsfreiheit zu nehmen. Verstellbare Gurte sorgen dafür, dass die Weste individuell eingestellt werden kann. Nützlich kann ein zusätzlicher Gurt im Schritt sein. Er verhindert, dass der Träger aus der Weste herausrutscht.

  • Kopfstütze: Gut ist eine integrierte Kopfstütze, die den Kopf im Ernstfall über Wasser hält.

  • Verarbeitung: Die Nähte der Rettungsweste sollten solide und stabil gearbeitet sein. Gleichzeitig sollten sie nicht so fest sein, dass sie unangenehm drücken.

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  • Einsatzbereich: Kommt die Schwimmweste beim Angeln zum Einsatz, braucht sie keinen so großen Auftrieb wie auf hoher See. Für Wassersportler sollte es aber eine Rettungsweste mit einem Auftrieb ab 100N sein.

  • Prüfsiegel: Eine Rettungsweste hilft ihm Zweifel wenig, wenn sie zwar gut aussieht, aber nicht sicher ist. Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass die Weste die Vorgaben der CE-Norm erfüllt.

Generell ist ratsam, eine Schwimm- oder Rettungsweste im Fachhandel vor Ort zu kaufen. Dort erhält der Wassersportler eine Beratung, welche Weste für seinen Einsatzzweck optimal ist. Außerdem kann er die Weste anprobieren und so sicherstellen, dass sie auch wirklich passt.

  1. Wie wird eine Schwimmweste richtig angelegt?

Eine Schwimmweste muss eng anliegen, damit sie nicht verrutscht . Andererseits darf sie nicht einschnüren. Der Träger legt die Weste deshalb zunächst an. Gibt es Druckknöpfe oder einen Reißverschluss, werden sie geschlossen. Anschließend zieht der Träger die Gurte stramm. Hier ist wichtig, dass die Gurte nirgends verdreht sind. Die Weste sitzt richtig, wenn zwischen dem Körper und der Weste maximal zwei Finger breit Platz ist.

Getragen wird die Rettungsweste immer über der Kleidung. Denn zum einen soll die Weste nicht nur vor einem Ertrinken bewahren, sondern auch die Sichtbarkeit erhöhen. Diese Funktion wäre nicht gegeben, wenn die Weste irgendwo unter der Kleidung verschwindet.

Zum anderen blasen sich automatische Rettungswesten auf. Vor allem dicke Kleidung wie eine Jacke über der Weste könnte durch das Aufblasen reißen, Bewegungen unmöglich machen oder das Aufblasen stören.

Bei Feststoff-Rettungswesten mit eher wenig Auftrieb könnte die dicke Kleidung dem Treiben auf der Wasseroberfläche entgegenstehen. Deshalb sollte die Rettungsweste immer die oberste Lage bilden.

  1. Wie teuer ist eine Schwimmweste?

Einfache Feststoff-Rettungswesten beginnen bei ungefähr 20 Euro. Mit zunehmender Qualität steigen auch die Preise und vor allem Automatik-Rettungswesten der höchsten Normklasse sind recht teuer.

Trotzdem macht es keinen Sinn, am falschen Ende zu sparen. Denn bei der Schwimmweste geht es um Sicherheit und im Ernstfall zahlt sich die Investition aus.

  1. Was gilt für die Pflege einer Schwimmweste?

Eine Schwimmweste ist eigentlich pflegeleicht. Es genügt, sie nach dem Gebrauch mit klarem Wasser zu reinigen. Vor allem bei einem Kontakt mit Salzwasser ist die Reinigung wichtig, um einer vorzeitigen Materialermüdung vorzubeugen.

Automatik-Rettungswesten sollten alle zwei Jahre gewartet werden. Das Augenmerk bei der Wartung liegt hauptsächlich auf der Gaspatrone. Nach zehn Jahren sollte eine Rettungsweste erneuert werden.

Es sei denn, sie weist vorher schon Beschädigungen auf, zum Beispiel an den Gurten. Dann muss sie natürlich schon vor Ablauf der zehn Jahre ausgetauscht werden.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

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