5 Fragen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung

5 Fragen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Buchstäblich abzutauchen und die Welt unter Wasser zu erkunden, ist ein faszinierendes Erlebnis. Und der Tauchsport ist ab 14 Jahren bis ins hohe Alter hinein möglich. Voraussetzung ist aber, dass der gesundheitliche Zustand mitspielt. Wer sich fürs Tauchen interessiert, sollte vor dem ersten Tauchgang und auch später regelmäßig seine Tauchtauglichkeit überprüfen lassen.

Anzeige

5 Fragen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Auf diese Weise sinkt das Risiko für Unfälle und Erkrankungen. Doch wie läuft so ein medizinischer Check ab? Wir beantworten fünf Fragen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung!:

  1. Wann ist eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung sinnvoll?

Alle Taucher sollten die Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. (GTÜM) durchführen lassen. Bei der Untersuchung wird überprüft, ob der gesundheitliche Zustand Tauchgänge zulässt.

Das sorgt nicht nur für die Sicherheit des Tauchers und kann das Risiko von Unfällen oder die Gefahr für Krankheiten infolge des Tauchens verringern. Auch für die Mittaucher werden die Tauchgänge risikoärmer.

Denn wenn einem Taucher unter der Wasseroberfläche etwas zustößt, können seine Begleiter ebenso in Gefahr geraten.

Wer im Urlaub lediglich einen Tauch-Schnupperkurs absolvieren möchte, kann meist auf den aufwändigen Check verzichten. Spätestens bei einem richtigen Tauchkurs sollte die Untersuchung aber nachgeholt werden.

Und auch wer schon einen Tauchschein hat und regelmäßig Tauchgänge bucht, sollte nicht auf die Tauchtauglichkeitsuntersuchung verzichten.

  1. Wer führt die Tauchtauglichkeitsuntersuchung durch?

Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung führen verschiedene Ärzte durch. Das können zum Beispiel Hausärzte oder Sportmediziner sein. Anerkannt und gültig ist die Untersuchung aber nur dann, wenn der jeweilige Arzt ein Zertifikat hat, das bestätigt, dass er die aktuellen Empfehlungen der GTÜM einhält.

Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Empfehlungen, die die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin (GPS) formuliert hat.

Im Internet gibt es eine Datenbank, in der sich Ärzte mit einer Qualifikation von der GTÜM eintragen lassen können. Ansonsten kann aber auch der Hausarzt bestimmt Auskunft darüber geben, welche Ärzte in der näheren Umgebung tauchmedizinische Untersuchungen durchführen.

  1. Was wird bei einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung überprüft?

Die Untersuchung auf Tauchtauglichkeit ist nichts Schlimmes, tut nicht weh und ist nichts, wovor der Taucher Angst haben muss. Sie dient vielmehr dem Schutz vor Gefahren und Risiken, die lebensbedrohlich enden könnten.

Die Untersuchung beginnt mit einer gründlichen Anamnese, bei der der aktuelle Zustand und Vorerkrankungen besprochen werden. Anschließend untersucht der Arzt den Hals, die Nase und die Ohren.

Danach folgt eine Untersuchung der Lunge mit Lungenfunktionstest. Ein Check des Herz-Kreislauf-Systems mit EKG, um die Leistungsfähigkeit des Herzens zu testen, steht ebenfalls auf dem Programm. Eine Ganzkörperuntersuchung macht den Tauchtauglichkeitstest komplett.

Ratsam ist, darauf zu achten, dass der jeweilige Arzt den gesamten Test durchführen kann. Denn wegen Teilleistungen mehrere Ärzte aufsuchen zu müssen, ist aufwändig.

  1. Wie teuer ist die Untersuchung?

Die gesetzlichen und die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung in aller Regel nicht. Der Taucher muss den medizinischen Check also aus eigener Tasche bezahlen.

Wie teuer die Untersuchung am Ende wird, hängt vom Umfang der Checks und dem Alter des Tauchers ab. Liegen Vorerkrankungen, Behinderungen oder einschlägige Beschwerden vor, können weitere Analysen notwendig werden.

Dadurch steigen die Kosten natürlich. Generell sollte der Taucher aber eine Rechnung über 80 bis 120 Euro einplanen.

Es gibt Tauschschulen und Veranstalter von Tauchgängen, die darüber hinwegsehen, wenn der Taucher keine Bescheinigung seines Gesundheitszustands vorlegen kann. Das könnte natürlich dazu verleiten, das Geld für die Tauchtauglichkeitsuntersuchung lieber anderweitig zu investieren.

Tatsächlich ist das aber eine sehr schlechte Idee. Statistiken belegen, dass über die Hälfte aller Tauchunfälle, die tödlich enden, auf medizinische Probleme des Tauchers zurückgehen.

Eine gründliche Untersuchung kann das Risiko also deutlich senken. Und auch für das Taucherlebnis ist es einfach ein besseres Gefühl, wenn sich der Taucher wegen seiner gesundheitlichen Voraussetzungen keine Gedanken machen muss.

  1. Wie oft sollte die Tauchtauglichkeitsuntersuchung stattfinden?

Der menschliche Körper befindet sich in einem fortlaufenden Wandel. Einige Beschwerden oder Erkrankungen zeigen sich erst recht spät, weil sie zwar im Organismus schlummern, aber zunächst keine Symptome hervorrufen.

Um keine unnötigen Risiken einzugehen, sollte sich ein passionierter Taucher deshalb in regelmäßigen Abständen auf Tauchtauglichkeit untersuchen lassen.

Die Intervalle orientieren sich in erster Linie am Lebensalter. Als grobe Richtlinien wird Folgendes empfohlen:

  • bis 15 Jahre: einmal jährlich

  • 16 bis 39 Jahre: alle drei Jahre

  • ab 40 Jahre: einmal pro Jahr

Die Richtwerte beziehen sich auf die Zeitspanne, die zwischen den Untersuchungen höchstens vergehen sollte. Je nach körperlicher Verfassung kann der Taucharzt aber auch kürzere oder längere Intervalle empfehlen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: 5 Fragen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Redakteure
Twitter

Veröffentlicht von

Redakteure

Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.

Kommentar verfassen

blank