5 Fragen zum Toten Meer

5 Fragen zum Toten Meer

Sich fast schwebend auf dem Salzwasser treiben lassen, den Körper mit dem gesunden Heilschlamm einreiben oder einfach nur einmal selbst vor Ort sein und das berühmte Tote Meer mit eigenen Augen sehen: Viele Menschen träumen von einer Reise an das faszinierende Gewässer.

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5 Fragen zum Toten Meer

Nur: Wo liegt das Tote Meer eigentlich? Ist das Baden darin wirklich so gesund? Und wie steht es um die Zukunft des Naturdenkmals?

Wir beantworten fünf Fragen zum Toten Meer!:

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  1. Wo genau liegt das Tote Meer?

Das Tote Meer verläuft zwischen Jordanien, dem Westjordanland und Israel. Mit einer Tiefe von 428 Metern unter dem Meersspiegel ist es der am tiefsten gelegene Punkt der Welt, der zugänglich ist. Eigentlich ist das Tote Meer aber gar kein Meer, sondern ein Salzsee ohne Abflüsse.

Die Anreise kann entweder über den Flughafen Tel Aviv in Israel oder den Flughafen Amman in Jordanien erfolgen. Eine andere Möglichkeit ist, eine Rundreise durch eines der beiden Länder zu machen und anschließend einen Stopp am Toten Meer einzulegen. So ist zum Beispiel das israelische Jerusalem nicht weit entfernt.

  1. Wie gesund ist ein Bad im Toten Meer?

Mit einem Salzgehalt von rund 30 Prozent ist das Tote Meer ein sehr salziges Gewässer. Im Vergleich dazu beträgt der Salzgehalt des Mittelmeeres im Durchschnitt 3,8 Prozent. Abgesehen von ein paar Mikroorganismen und Algen gibt es keine Lebenswesen im Toten Meer. Daher kommt auch sein Name.

Gesichtsmasken, Badezusätze, Shampoos und andere Pflegeprodukte mit Salz aus dem Toten Meer sind echte Klassiker. Sie werden vor allem bei Hautunreinheiten und bei empfindlicher, gereizter oder entzündeter Haut empfohlen.

Tatsächlich sorgt das Wüstenklima dafür, dass das Wasser verdunstet. Dadurch bleibt ein Schlamm zurück, der Salze und Mineralien in hohen Konzentrationen enthält. Bei Schuppenflechte und anderen Hautkrankheiten kann dieser Schlamm eine heilsame Wirkung entfalten und Linderung verschaffen.

Die Heilwirkung kann der Reisende vor Ort ausprobieren, indem er sich mit dem dunklen Schlamm einreibt. Zusätzlich dazu fördert die salz- und mineralhaltige Luft die Gesundheit. Auch wer eine gesunde Haut hat, kann sich so bei einem Bad im Toten Meer ein natürliches Wellness-Programm gönnen.

  1. Was ist beim Baden im Toten Meer wichtig?

Die leuchtend blaue Farbe sorgt für ein wunderschönes Bild und lockt ins Wasser. Und durch den hohen Salzgehalt ist es praktisch unmöglich, unterzugehen. Denn der Körper wird von dem Salzwasser getragen und schwebt gewissermaßen auf der Wasseroberfläche.

Dieses Phänomen macht sich bereits bemerkbar, wenn der Reisende ins Wasser gehen möchte. Statt über den Boden gehen zu können, wird er nämlich nach oben gedrückt. Im Prinzip kann er sich also einfach treiben lassen, ohne sich selbst überhaupt bewegen zu müssen.

Doch so faszinierend ein Bad im Toten Meer auch ist – damit es ein gesundes Vergnügen wird und bleibt, sollten folgende Punkte unbedingt beachtet werden:

  • Die Badedauer sollte maximal 30 Minuten pro Tag nicht überschreiten. Denn das sehr salzige Wasser entzieht dem Körper reichlich Flüssigkeit.

  • Bei einem Aufenthalt am Toten Meer, egal ob im Wasser oder am Strand, ist wichtig, genug zu trinken. So wird der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen.

  • Der Reisende sollte unbedingt vermeiden, größere Mengen des Salzwassers zu verschlucken. Denn der hohe Salz- und Mineralgehalt kann die Körperfunktionen lebensbedrohlich beeinträchtigen.

  • Die Gefahr, Wasser zu schlucken, ist beim Schwimmen auf dem Bauch besonders hoch. Besser ist deshalb, wenn sich der Reisende auf dem Rücken liegend treiben lässt.

  • Beim Hinein- und Herausgehen sollte der Reisende vorsichtig sein und sich langsam und ruhig bewegen. Außerdem sollte er Badeschuhe tragen. Denn der schlammige Boden ist stellenweise sehr rutschig und kann spitze Salzkristalle enthalten.

  • Tauchen ist im Toten Meer nicht möglich. Und der Reisende sollte entsprechende Versuche auch unterlassen.

  1. Wo ist das Baden im Toten Meer möglich?

Leider gibt es inzwischen nicht mehr ganz so viele Stellen, an denen der Reisende bedenkenlos ein Bad im Toten Meer nehmen kann. Ein Grund dafür ist, dass sich im Laufe der Zeit rund um das Tote Meer unzählige Erdlöcher (auf Englisch: sinkholes) gebildet haben.

Sie können bis zu 20 Meter tief sein. An den Ufern weisen Warnschilder auf diese Gefahr hin. Trifft der Reisende auf so ein Warnschild, das das Betreten des Strandabschnitts verbietet, sollte er sich unbedingt daran halten!

Generell ist aber ohnehin sinnvoller, wenn sich der Reisende für eine offizielle Badestelle entscheidet und im gekennzeichneten Bereich bleibt. So einen Strand gibt es zum Beispiel im israelischen Bokek am Westufer des Toten Meeres.

In dem Touristenort finden sich mehrere Hotels, einige davon direkt am Strand. Je nach Saison kann es hier zwar recht voll werden. Aber dafür ist der Strand sauber, gepflegt und mit Duschen ausgestattet. Außerdem ist der Zugang zum Strand kostenfrei.

Sehr schön ist auch der Kalia Beach. Ganz im Norden gelegen, zeichnet er sich durch seine umweltfreundliche Ausrichtung aus. In einem abgegrenzten Areal kann der Reisende hier entspannt baden und sich eine Schlammpackung gönnen. Der Zutritt ist allerdings kostenpflichtig. Pro Person werden rund 15 Euro fällig.

Ebenfalls kostenpflichtig ist der Amman Beach in Jordanien. Am nördlichen Teil des Toten Meeres gelegen, ist er einer der wenigen Strände, die in Jordanien überhaupt für Besucher zugänglich sind.

Der Zugang führt über einen steilen, treppenartigen Weg. Am Strand angekommen, kann der Reisende dann eine wunderbare Auszeit genießen.

  1. Wie steht es um die Zukunft des Toten Meeres?

Insgesamt sehen die Aussichten für das Tote Meer leider eher düster aus. Denn der Salzsee trocknet zunehmend aus. Das liegt einerseits am Klimawandel, andererseits aber auch an den Gegebenheiten vor Ort.

Normalerweise ist bei Seen die Zuflussmenge genauso groß wie die Verdunstungsmenge. Das Wasser, das verdunstet, wird durch frisch zufließendes Wasser also wieder ausgeglichen.

Der Hauptzufluss vom Toten Meer ist der Fluss Jordan. Und weil das Gleichgewicht zwischen Zufluss und Verdunstung stimmte, blieb der Wasserspiegel konstant.

Seit einigen Jahren ist dem aber nicht mehr so. Denn die angrenzenden Nachbarländer entnehmen für ihre eigene Versorgung Wasser aus dem Fluss. Dadurch erreicht das Wasser das Tote Meer nicht mehr. Die Folge davon ist, dass der Wasserspiegel zunehmend sinkt und der Salzsee immer weiter schrumpft.

Um Abhilfe zu schaffen, wird über eine rund 180 Kilometer lange Pipeline diskutiert. Sie soll Wasser aus dem Roten Meer entnehmen und zu einer Entsalzungsanlage transportieren. Das so gewonnene Süßwasser soll für die Trinkwasserversorgung in Israel und Jordanien genutzt werden, während das überschüssige Salzwasser ins Tote Meer fließen soll.

Was zunächst nach einem guten Plan klingt, hat aber einen großen Haken: Die Abpumpen des Wassers wäre ein Eingriff in das Ökosystem des Roten Meeres. Und welche Folgen dieser Eingriff hätte, ist schwer abzusehen. Fest steht nur, dass er sicher nicht folgenlos bliebe.

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Hier schreiben Gerry Maissen, 37 Jahre alt, Tauchlehrer und Wassersportler, Nadine Schumann, geboren 1989, Kanu und Kayak Sportlerin, die viel auf Reisen ist, sowie Herbert Motzki 54 Jahre, Geschäftsführer einer Bootbau- und Handelsfirma und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zum Wassersport, schönen Reisezielen und Tauchgebieten, sowie Technisches und Anforderungen für jegliche Schifffahrt vermitteln.
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